11.01.2006

Senkung der Körperschaftsteuer: Spanien startet 2006 zuversichtlich

Der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero blickt selbstbewusst in das neue Jahr. „Wir werden auch beim Wachstum unsere Führerschaft in Europa nicht aufgeben“, sagte er am Dienstag in einem Gespräch mit Journalisten.

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von Stefanie Müller
MADRID. Um die Konjunktur weiter in Schwung zu halten, stellt die Regierung Ende des Monats eine umfangreiche Steuerreform vor. Unter anderem soll die Körperschaftsteuer von 35 auf 30 Prozent sinken.

Zapateros Optimismus scheint ungebremst: Spanien werde auch in diesem Jahr wie in den vergangenen Jahren am meisten Arbeitsplätze innerhalb der EU schaffen, prognostizierte er. Und das, obwohl in einem der stärksten Exportsektoren Spaniens, der Automobilindustrie, mit einem Abbau an Beschäftigten zu rechnen ist.

Dabei steht Spanien ebenso wie der kleine Nachbar Portugal vor einem Haufen struktureller Probleme. Beide Länder haben in diesem Jahr vor allem mit der hohen privaten Verschuldung sowie einem aufgeblasenen Immobilienmarkt zu kämpfen. Viele Bürger beider Nationen hatten in den vergangenen Jahren wegen der niedrigen Euro-Zinsen sehr stark in die eigenen vier Wände investiert. Als Folge stiegen die Wohnungspreise wesentlich schneller als die Löhne. Die Hypotheken machen inzwischen einen Großteil der monatlichen Kosten aus. „Das zu erwartende wachsende Zinsniveau im kommenden Jahr wird einigen Familien das Wasser abgraben“, warnte Manuel Romera, Finanzexperte bei der Madrider Business Schule Instituto de Empresa.

Anders als Portugal scheint Spanien aber besser aufgestellt zu sein. Spanien könne wesentlich besser auf die eventuell daraus resultierenden negativen Effekte reagieren als Portugal, glaubt Romera. Der Haushalt ist saniert, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Portugal dagegen habe sich nach der Aufschwungsphase Anfang der 90er Jahre indes nicht richtig auf die Einführung des Euros vorbereitet und müsse deswegen „Reformen einführen, wenn die Konjunktur am Boden liegt“, sagte der 52-jährige spanische Ex-Premier José María Aznar über den kleinen Nachbarstaat. Er sitzt nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik vor fast zwei Jahren nun der politischen Stiftung Faes vor.

2005 legte die portugiesische Wirtschaft nach Schätzungen des europäischen Statistikamtes Eurostat nur um 0,8 Prozent zu. Die Notenbank des Landes ist wesentlich pessimistischer und kommt mit ihren Prognosen auf 0,3 Prozent. Für 2006 wird nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent gerechnet.

Spanien dagegen wird nach Schätzungen von Eurostat auf mehr als das doppelte Wirtschaftswachstum kommen. Aber auch beim großen starken Nachbarn kühlt der Aufschwung ab. Konnte Spanien 2005 sein BIP noch um 3,4 Prozent steigern, werden es in diesem Jahr gemäß Eurostat rund 0,3 Prozentpunkte weniger sein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Portugal hat noch größere Probleme.

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