Spanien will Flüchtlinge ausweisen
Afrikaner stürmen Exklave Melilla

Der Strom an Flüchtlingen reißt in Melilla nicht ab: Am Donnerstagmorgen versuchten erneut hunderte Menschen auf das spanische Hoheitsgebiet zu gelangen. Spanische und marokkanische Sicherheitskräfte haben den neuen Massensturm diesmal jedoch zurückgeschlagen.

HB MELILLA. Bei einem Massensturm im Norden Marokkos versuchen erneut rund 1000 Afrikaner, die Grenze zur spanischen Exklave Melilla in Nordafrika zu überwinden. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften verhinderte nach Angaben der Behörden jedoch das Unterfangen. Spanier und Marokkaner setzten dabei auch Hubschrauber ein. Von den Helikoptern aus konnten die Grenzschützer auf beiden Seiten der Sperranlagen rasch dorthin dirigiert werden, wo sich größere Gruppen von Flüchtlingen den Grenzzäunen näherten. Die Afrikaner hatten versucht, an drei verschiedenen Stellen die Sperren zu überklettern. Es sei jedoch keiner von ihnen auf spanisches Gebiet gelangt, teilte die spanische Regierung mit.

In den vergangenen Tagen hatten Hunderte von Afrikanern von Marokko aus die Grenzanlagen zu den Exklaven Ceuta und Melilla überrannt. Die marokkanische Führung hatte sich am Mittwoch bereit erklärt, illegal Eingereiste wieder aufzunehmen. Spanien will möglicherweise bereits an diesem Donnerstag oder am Freitag die ersten Flüchtlinge abschieben.

Erstmals solle ein 1992 geschlossenes Abkommen mit Marokko angewendet werden, das Spanien ermögliche, Flüchtlinge zurückzuschicken, kündigte die stellvertretende Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega am Mittwoch an. „Wir arbeiten mit Marokko zusammen. Und in den kommenden Tagen, möglicherweise morgen wird es - ausnahmsweise - zu einer Rückführung illegaler Einwanderer kommen“, sagte sie vor ihrer Abreise in die Exklaven Ceuta und Melilla.

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