Spaniens marokkanische Exklaven
Analyse: Ansturm der Verzweifelten

Es ist eine brutale Binsenweisheit: Von Zäunen, Mauern, Gräben oder von Polizeiknüppeln und gar -gewehren lässt sich niemand abhalten, der auch nur eine marginale Chance sieht, absoluter Armut zu entrinnen. Zumal dann nicht, wenn im nahen Europa vermeintlicher Wohlstand und soziale Sicherheit locken.

HB MAROKKO. Der gegenwärtig anhaltende Massenansturm unzähliger Afrikaner auf Spaniens marokkanische Exklaven liefert angesichts zu beklagender Todesopfer einen besonders tragischen aktuellen Beweis. Das Problem ist Dekaden alt.

Selbst der Bürgermeister von Melilla, dessen Stadt neben Ceuta von den Migranten als Einfallstor zum reichen Europa im Norden gewählt wird, stützt diese These: Zusätzliche Grenzposten und höhere Barrieren könnten keine Lösung des Problems offerieren. Und er hat auch Recht, wenn er meint, dass die Initiative von der anderen Seite der Grenze, von Marokko, ausgehen müsse.

Doch dies ist eine eher trügerische Hoffnung. Die marokkanischen Behörden haben dem Exodus vor allem aus den westafrikanischen Staaten und aus dem Sahel nur wenig entgegenzusetzen. Ein massiver Einsatz von Streitkräften oder paramilitärischen Verbänden wäre sehr wahrscheinlich von Misserfolg gekrönt. International würde das Land scharf kritisiert.

Die Bilder von Flüchtlingen, die vor den Mauern der beiden Städte unter elenden Bedingungen ausharren, sind längst um den Globus gegangen. Die notdürftig eingerichteten Camps können nicht mit martialischen Mitteln aufgelöst werden. Denn damit würde das Regime in Rabat ein gravierendes Sicherheitsrisiko im eigenen Land eingehen.

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