Spannungen im Mittleren Osten
Macron reist überraschend nach Saudi-Arabien

Frankreichs Präsident Macron ändert sein Reiseprogramm im Mittleren Osten: Wegen der Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien will er noch am Donnerstag dorthin reisen und Kronprinz Mohammed bin Salman treffen.
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ParisVor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron überraschend sein Reiseprogramm im Mittleren Osten geändert. Er werde noch am Donnerstagabend nach Saudi-Arabien reisen und dort Kronprinz Mohammed bin Salman treffen, kündigte er während eines Besuchs in Dubai an.

Dabei wolle er über den Iran, Jemen und den Libanon sprechen, sagte Macron bei einer Pressekonferenz. Er habe „sehr harte Positionen insbesondere über den Iran gehört, die (...) nicht konform sind mit dem, was ich denke“. Saudi-Arabien sieht den Iran als Erzrivalen in der Region. Im Bürgerkrieg im Jemen unterstützen beide Länder unterschiedliche Lager; Saudi-Arabien greift offen in den Krieg ein.

Macron betonte, er werde in Riad auch darlegen, „wie entscheidend die Stabilität des Libanons in meinen Augen ist“. Saudi-Arabien hatte seine Bürger nach dem in Riad verkündeten Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri aufgerufen, das Mittelmeer-Land zu verlassen.

Der französische Präsident sagte mit Blick auf den kurzfristig anberaumten Besuch zudem, es sei wichtig, eine „strukturierte Diskussion“ zu haben, „damit ich die vom Kronprinzen auf nationaler Ebene getroffenen Entscheidungen besser verstehe“. In Saudi-Arabien hatte es zuletzt eine beispiellose Verhaftungswelle gegeben, bei der mehr als 200 Menschen wegen Korruptionsvorwürfen festgesetzt wurden. Beobachter sehen dahinter einen Versuch des einflussreichen Kronprinzen Mohammed bin Salman, seine Macht zu festigen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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