Spannungen zwischen Israel und Syrien
Kriegsangst in Nahost – Barak sagt Berlin-Besuch ab

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat seinen für nächste Woche geplanten zweitägigen Deutschland-Besuch abgesagt. Hintergrund sind anhaltende Medienspekulationen über einen Krieg.

HB BERLIN. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat seinen für nächste Woche geplanten zweitägigen Deutschland-Besuch abgesagt. Das bestätigte die israelische Botschaft in Berlin am Donnerstag. Der für Montag und Dienstag geplante Besuch war erst am Mittwoch offiziell mitgeteilt worden.

Botschaftssprecher Aaron Segui sagte, ein neuer Termin sei noch nicht vereinbart worden. Der Grund für die Absage hängt vermutlich mit wachsenden Spannungen an der Grenze zum Libanon zwischen Israel und der militanten Organisation Hisbollah zusammen. In Israel besteht in manchen Kreisen die Sorge, das Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon und israelische Vergeltungsschläge zu einem neuen Krieg mit Syrien eskalieren könnten.

Die israelische Führung dementiert allerdings vehement. „Wir haben keinerlei Absicht, Syrien anzugreifen, und ich höre, dass Syrien das Gleiche sagt“, sagte Israels Präsident Schimon Peres in Arad. Der stellvertretende Ministerpräsident Chaim Ramon bezeichnete die Beunruhigung in der israelischen Bevölkerung als überraschend und grundlos.

Die in London herausgegebene arabische Tageszeitung „Al-Quds al- Arabi“ hatte am Mittwoch berichtet, dass Syrien Reservisten mobilisiert und seine Truppen entlang der Grenze zu Israel verstärkt und in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt habe. Syrien wolle sich auf einen möglichen Angriff Israels auf die pro-iranischen Hisbollah- Milizen sowie auf das eigene Land vorbereiten, hieß es.

Barak hatte daraufhin am Mittwoch öffentlich gedroht, dass Israel die stärkste Militärmacht in der Region sei und er niemandem empfehle, Israel zu provozieren. Außerdem beschloss das israelische Sicherheitskabinett nach Medienberichten, in der kommenden Woche eine große Militärübung nahe der Grenze zu Syrien abzuhalten. Der Abteilungsleiter im israelischen Verteidigungsministerium Amos Gilad bezeichnete am Donnerstag Berichte, wonach Syrien drei Divisionen mobilisiert habe, als nicht korrekt.

Israelische Militärkommentatoren spekulierten am Donnerstag, dass Syrien möglicherweise etwas über einen bevorstehenden Angriff seines libanesischen Verbündeten, der pro-iranischen Hisbollah-Milizen, auf Israel wisse. Syrien will nach israelischen Berichten in den kommenden Tagen einen Untersuchungsbericht über das tödliche Attentat auf den ehemaligen Hisbollah-Militärchef Emad Mughnija vom 12. Februar in Damaskus veröffentlichen. Die Hisbollah hat Israel als Drahtzieher des Attentats verantwortlich gemacht und Rache geschworen. Israel bestreitet eine Tatbeteiligung.

Die in London erscheinende arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ meldete in ihrer Ausgabe vom Donnerstag, der Vorsitzende des Komitees für die Beziehungen zum Iran im syrischen Parlament, Mohammed Habasch, habe israelische Berichte über den Bau neuer Abhöranlagen durch den Iran bestätigt. Auf die Frage, ob es stimme, dass der Iran in Syrien Abhöranlagen gebaut habe, um das israelische Militär auszuforschen, sagte Habasch nach Angaben der Zeitung, die Existenz dieser Anlagen sei kein Geheimnis, „schließlich muss Syrien alles unternehmen, was zur Landesverteidigung notwendig ist“.

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