Sparauflagen

Athen will zwei Jahre mehr Zeit

Die griechische Regierung will mindestens zwei Jahre mehr Zeit von ihren Gläubigern erhalten. Allerdings ist den Griechen bewusst, dass vor den Verhandlungen bereits getroffene Zusagen eingelöst werden müssen.
Update: 12.07.2012 - 15:51 Uhr 31 Kommentare
Ioannis Stournaras will von den Geldgebern mindestens zwei Jahre mehr Zeit. Quelle: AFP

Ioannis Stournaras will von den Geldgebern mindestens zwei Jahre mehr Zeit.

(Foto: AFP)

AthenGriechenland will bei seinen internationalen Geldgebern eine Streckung der neuesten Sparauflagen um mindestens zwei Jahre erwirken. Das teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Athen mit. Es geht um Sparmaßnahmen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro in den Jahren 2013 und 2014. Dies bestätigte auch der Regierungssprecher Simos Kedikoglou: „Unser Ziel der Neuaushandlung (der Fristen und Ziele des Sparpaktes) werden wir erreichen“, sagte er Reportern in Athen. Wann diese Forderung offiziell den Gremien in der EU vorgelegt werden soll, wollte er nicht sagen.

In den Brüsseler EU-Institutionen äußerten sich Experten am Donnerstag zurückhaltend zu dem Ansinnen Griechenlands. Sie verwiesen auf einen Zeitplan, der beim Euro-Finanzministertreffen zu Wochenbeginn noch einmal bestätigt wurde. Demnach wird die Troika mit internationalen Finanzfachleuten noch im laufenden Monat nach Athen zurückkehren, um gründlicher und länger als bisher zu untersuchen, ob sich Athen an die Verpflichtungen des zweiten Hilfsprogramms von 130 Milliarden hält.

Das Land hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Vom Urteil der „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hängt jeweils die Auszahlung neuer Hilfszahlungen ab.

Im weiteren Verlauf des Sommers gebe es also präzisere Informationen. Es sei dann an der Eurogruppe, also den Euro-Finanzministern, die Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Wann die Eurogruppe entscheiden wird, ist bisher nicht klar – auf jeden Fall nicht schon beim Extratreffen am 20. Juli. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte Anfang der Woche mit Blick auf Griechenland und Zypern: „In beiden Fällen sind wir noch weit davon entfernt, Entscheidungen treffen zu können.“ Er rechne mit „nicht vor September“.

Die Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien erwägen, gemeinsam oder auch getrennt ins Ausland reisen, um für die Streckung zu werben. „Das könnten wir machen“, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras Reportern in Athen. Neben den Konservativen unter Premier Samaras nehmen an der Regierung die Sozialisten unter ihrem Parteichef Evangelos Venizelos und die gemäßigte Partei Demokratische Linke mit ihrem Vorsitzenden Fotis Kouvelis teil.

Allerdings ist den Griechen bewusst, dass sie zunächst damit beginnen müssen, bereits getroffene Zusagen einzulösen. Andernfalls seien die Geldgeber nicht mehr bereit, mit Athen zu verhandeln, hieß es nach dem Treffen. Darunter sind nach Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums zahlreiche Privatisierungen. Das Ziel, bis zum Jahresende 3,2 Milliarden Euro zu kassieren sei jedoch „nicht realistisch“.

Am Donnerstagnachmittag begannen mehrere Minister unter Vorsitz von Finanzminister Ioannis Stournaras über den weiteren Kurs beraten. Neben Einsparungen soll es um Maßnahmen zur Verschlankung des Staates gehen. Insgesamt sollen drei Milliarden Euro gespart werden. Die Regierung versucht, keine Löhne mehr zu kürzen, da dies zu einem dramatischen Schrumpfen der Wirtschaft geführt hat. Allein dieses Jahr rechnet man mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von sechs bis sieben Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im April 22,5 Prozent, nach 16,2 Prozent ein Jahr zuvor.

"Mit Griechenland kann es so nicht weitergehen!"

  • dpa
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31 Kommentare zu "Sparauflagen: Athen will zwei Jahre mehr Zeit"

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  • Griechenland will.....es ist egal ob dem Land 2 Jahre laenger gegeben wird,,oder 5 Jahre...es wird nienin der Lage sein die verhandelten Auflagen zu erfüllen oder gar die Gelder,die schon geflossen sind zurück zu zahlen und ich denke die griechischen Politiker wissen das .dehalb moechte man doch annehmen dass es die Eurokraten es auch wissen und endlich aufhören die Löcher im Sieb dass sich Griechenland nennt,zu stopfen...

  • ...und die Griechen gehören seit drei Jahren hochkantig herausgeschmissen. Es ist nicht alternativlos - es ist die einzige Alternative. Einen besseren Disziplinierungsfaktor kann man sich nicht wünschen. Nette Worte und unverbindliche Versprechen reichen eben nciht!

  • Hier wird immer gerne auf die Banken eingedroschen. Aber es sind die Politiker, die den ganzen Mist verursacht haben. Bankiers sind nur Finanzierer - aber das kapieren die wenigsten in diesem Chat

  • Man braucht sich nur einmal das Gesicht dieses Ioannis Stournaras oben auf dem Foto anzuschauen, dann weiß man Bescheid. Von diesem unaufrichtigen Gesicht würde ich nicht einmal einen Gebrauchtwagen kaufen!

  • • Das Desaster ist vollendet, wenn den Banken nicht sofort ein Stopp gesetzt wird
    Lesen Sie lesen sie lesen sie lesen sie
    Der Ökonomiker fasst in diesen Tagen alle wichtigen Ereignisse der letzten Jahre zusammen.
    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html
    ht http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.htmltp://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-300-sinn-lich-okonomenstreit.html
    Hier der Originaltext des ESM
    http://www.freiewelt.net/blog-3321/der-vertragsentwurf-zur-transferunion-ist-%F6ffentlich%28%21%29---ziel-ist-die-beendigung-staatlicher-haushaltssouver%E4nit%E4t.html
    Bitte kucken Sie das Video auf youtube: Wie funktioniert Geld:
    http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
    Hier der Originaltext des ESM
    http://www.freiewelt.net/blog-3321/der-vertragsentwurf-zur-transferunion-ist-%F6ffentlich%28%21%29---ziel-ist-die-beendigung-staatlicher-haushaltssouver%E4nit%E4t.html
    http://farid.hajji.name/blog/2012/07/02/stupid-german-money-for-europe/1
    Den Politikern und Bankern ist das Volk vollkommen egal!
    Meine Aufforderung an alle : KEINE WEITEREN GELDER VERSCHWENDEN!!!!! UND GEHIRN EINSCHALTEN!!!
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/v_detail_tab_comments/6827318.html?pageNumber=2&commentSort=debate
    http://www.mehr-demokratie.de/ können Sie Vollmacht erteilen, damit eine weitere Verfassungsklage angestrebt wird.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/horror-szenario-unternehmer-warnen-vor-dem-euro-kollaps/6870188.html
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schuldenabbau-cdu-ministerpraesident-will-zwangsanleihe-fuer-reiche-deutsche/6871498.html
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:libor-skandal-ba-fin-beraumt-sonderpruefung-bei-deutscher-bank-an/70060295.html
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/6827318.htm1

  • Unter diesen Umständen braucht man den ESM gar nicht erst in Gesetze zu gießen: Denn der ESM wird genau so gebrochen, wie der Vertrag von Lissabon mit seiner No-bail-out-Regel, oder die Vereinbarungen der Schuldenländer mit der Troika - die ja in Italien und Spanien bereits "Hausverbot" erteilt bekam (sic!).
    Unter diesen Umständen wird das nichts mit der europäischen Integration, eher ist hier eine Deintegration zu erwarten - und ich hoffe, dass uns das Bundesverfassungsgericht dabei behilflich sein wird!

  • Wann der Schwachsinn aufhört?
    Wenn das Verfassungsgericht festgestellt hat, dass der ganze Zauber nicht verfassungskonform ist. Und jetzt dürfen Sie den Verhandlunssaal verlassen, Madame Lagarde, ..... und nehmen Sie die Herrn Barroso, van Rompuy, Schulz und andere Hochverräter gleich mit! Adieu!

  • Unter "sparen" verstehen die Griechen nicht, weniger auszugeben, als sie einnehmen. Unter "sparen" verstehen sie, weniger Kredite aufzunehmen, als sie möchten!

    Diese Haltung, die auch in Italien bei Monti, in Spanien hinsichtlich der Bankenfinanzierung - damit ihnen bloß die Troika vom Halse bleibt - zu erkennen ist, wird dem Euro sehr bald den Garaus bescheren. Denn mit solchen "Freunden" werden wir Nordländer niemals glücklich werden, sie werden niemals ihre Manjanamentalität ändern wollen! Sie werden immer - wie die Kuckuckskinder im Nest, als Erste den Wurm fressen wollen!

  • Wenn dieser Irrsinn so weiter geht, überlege ich mir ernsthaft ob ich persönlich nicht unsere Gesellschaftsordnung in Gefahr sehe und deshalb, legitimiert nach §20, Abs. 4 GG, meine Steuern zurückhalte. Irgendwie muss man den Sumpf doch austrocknen...

    Schrecklicher Dilettantenhaufen - das kommt davon, wenn man Leute Politik machen lässt, die nie im richtigen Leben standen.

  • Na Gott sei Dank das mal ein Kommentar einen Unterschied in der griechischen Bevoelkerung ausmacht. Nicht alle Griechen sind gleich...ganauso wie nicht alle Deutsche gleich sind.
    Hier noch ein Beitrag der aufzeigt was diese Eliten auch in anderen Laendern anrichten. Aber wie hat mal ein beruehmter (reicher) Grieche gesagt : "Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld." Aristoteles Onassis

    http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:verursacher-der-euro-krise-wie-banken-und-politik-die-krise-verschleiern/50098328.html

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