Sparauflagen
Griechenland könnte mehr Zeit bekommen

Um die Spar- und Reformauflagen zu erfüllen, könnte Griechenland mehr Zeit bekommen. Doch mehr Geld soll es nicht geben. Momentan kommen die Euro-Finanzminister zusammen und beraten über das weitere Vorgehen.
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Nikosia Unter den Euro-Ländern zeichnet sich die Bereitschaft ab, Griechenland mehr Zeit zur Umsetzung seiner Spar- und Reformauflagen zu geben. Die griechische Regierung habe „sehr ambitioniert jetzt ein Budget vorgelegt“, sagte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter am Freitag in Zyperns Hauptstadt Nikosia vor einem Treffen der Eurogruppe. "Und wir werden den Griechen die Zeit geben, die sie dafür brauchen, mehr Geld wird es wahrscheinlich nicht geben."

Auch der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager zeigte sich zu einem Aufschub bereit, falls die Finanzprobleme des Landes durch die schlechte Wirtschaftslage „schlimmer als erwartet“ seien. „Es könnte mehr Zeit geben, aber nicht mehr Geld“, sagte de Jager in Nikosia. „Aber es könnte nicht mehr Zeit für die Verschleppung von Maßnahmen geben, denn es ist im Interesse von Griechenland und der Griechen, dass die Reformen weitergehen.“

Derweil kämpfte Regierungschef Antonis Samaras um zusätzliche Einsparungen, um Forderungen der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu erfüllen. Griechenland soll ein Sparpaket im Umfang von 11,5 Milliarden Euro vorlegen, damit weitere 31 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130 Milliarden Euro schweren zweiten Rettungspaket freigegeben werden.

Die Troika-Experten präsentieren bei dem Treffen der Eurogruppe einen ersten Bericht zur Finanzlage Griechenlands und den Reformfortschritten der Regierung in Athen. Die endgültige Beurteilung soll aber erst im Oktober vorliegen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte sich daher nicht zu einem möglichen Aufschub für Griechenland äußern. „Wir haben immer gesagt, wenn der Troika-Bericht vorliegt - wir werden heute einen Zwischenstand bekommen - werden wir gemeinsam die notwendigen Konsequenzen diskutieren und entscheiden“, sagte Schäuble.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Verträge sind einzuhalten. Das muss auch in Zukunft gelten, für jeden Schuldner - Privatperson oder Staat. Wer die Giechen auch weiterhin darauf nicht festnagelt, begibt sich der Möglichkeit, konkrete Lösungsschritte zu tun. Des weiteren würden ferner Begehrlichkeiten geweckt unter den (ehrenwerten) europäischen Habenichtsen, die angenehme Politik verkaufen, aber die Kosten dafür über Bail-out anderen Zahlern zuschieben. Also raus mit den Griechen aus dem Euro.


  • Baut jetzt die griechische Regierung den Verwaltungsbeamtenapparat einschliesslich exorbitanter Bezüge/Sicherheiten ab oder nicht ?. Kommen die zugesagten Reformen oder nicht ?

    Wenn nicht, steigen die Verschuldungsziffern weiter...

    Pokern die Herren der Ringe da unten auf den zweiten Schuldenschnitt, bevor sie die ersten Auflagen überhaupt in Erwägung ziehen ?. Veräppelung allenthalben..

    Geld zum Füttern ist ja nun genuegend da...

  • Nicht ganz,das Bretton Woods System brach nach dem Vietnamkrieg zusammen,da die damaligen US Schulden,den Wert des von ihr hinterlegten Goldes überstiegen.

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