Sparkurs noch schärfer
Neuer Schock für die Griechen

Für die Griechen kommt es jetzt noch dicker: Der Haushalt 2011 sieht zusätzliche Einsparungen und Steuererhöhungen von sechs Milliarden Euro vor. Damit hat die Regierung von Giorgos Papandreou das strengste Budget in den jüngeren Geschichte des Landes vorgelegt.
  • 0

HB ATHEN. Drastische Sparmaßnahmen in Griechenland: Die Regierung in Athen hat am Donnerstag im Parlament den Haushaltsentwurf für das Jahr 2011 vorgelegt. Das neue Budget löste einen Schock aus: Die Griechen müssen kommendes Jahr durch Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen 6,130 Mrd. Euro mehr aufbringen als bislang geplant war. Nach Einschätzungen der Fachpresse handelt es sich um den härtesten Etat seit Jahrzehnten.

Die Gewerkschaften kündigten Proteste an: Am 15. Dezember haben sie zu großen Streiks im privaten wie im staatlichen Sektor aufgerufen. „Wir alle wissen, dass noch nichts gewonnen ist. Wir stehen aber an einem wichtigen Wendepunkt. Wir müssen dem verschwenderischen Staat und der Steuerhinterziehung einen Schlag verpassen“ sagte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou im Fernsehen.

Bislang war von einem Haushaltloch von nur „nur“ vier Mrd. Euro die Rede gewesen. Jetzt soll das Defizit als Anteil des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von heute 9,4 Prozent auf 7,4 Prozent 2011 gedrückt werden, teilte Papakonstantinou mit. Nach EU-Angaben lag das griechische Defizit 2009 noch bei 15,4 Prozent. „Wir werden allen unseren Verpflichtungen nachkommen und sie erfüllen“, sagte der Finanzminister weiter.

Athen passt sich damit als Folge seiner massiven Schuldenkrise dem strengen internationaler Spardiktat an: Der Haushalt wurde in enger Kooperation mit den Kontrolleuren des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union (EU) ausgearbeitet. Diese sind die eigentlichen Lenker der griechischen Finanzen. Ohne ihr grünes Licht kann Griechenland keine Hilfe mehr seitens der anderen Länder des Euroraums und vom IWF bekommen.

Seite 1:

Neuer Schock für die Griechen

Seite 2:

Kommentare zu " Sparkurs noch schärfer: Neuer Schock für die Griechen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%