Sparpaket in Griechenland
„Am Schluss verkaufen sie noch die Akropolis“

Zu Tode gespart: Dieses Gefühl haben viele Griechen angesichts der neuen Sparrunde. Viele fürchten die Folgen für die ohnehin geschwächte Wirtschaft. Nur ein Grieche dürfte sich derzeit so richtig erleichtert fühlen.

AthenDie Griechen schlucken schwer am gewaltigen Sparpaket, das ihre Regierung geschnürt hat. Tanken, Rauchen, Telefonieren, Essen - für die Griechen wird vieles teurer wegen höherer Steuern. Viele haben Angst vor den Folgen für die ohnehin geschwächte Wirtschaft, noch mehr haben resigniert, was die eigene Lage betrifft. Nach Ansicht vieler ist die Situation aussichtslos – nicht zuletzt, weil es aus ihrer Sicht weiterhin keine richtigen Reformen gibt.

Steuerberater Nikos Wrousis betreut im Athener Vorort Nea Filadelfia kleine Unternehmen. Er sagt, Regierungschef Alexis Tsipras habe sich „für den Weg des geringsten Widerstands entschieden“. Zunächst habe man Rentenkürzungen mit einem Umfang von 1,8 Milliarden Euro verabschiedet und die Einkommenssteuer erhöht, damit weitere 1,8 Milliarden in die Staatskassen fließen.

„Weil der Staat aber weiß, dass die Steuerbehörden dem Steuerbetrug niemals Herr werden, haben sie zusätzlich indirekte Steuern eingeführt, um weitere 1,8 Milliarden Euro einzunehmen“, sagt Wrousis. „Nach dem Motto: Dann holen wir uns das Geld eben an anderer Stelle.“ Ihn und viele seiner Landsleute ärgert dabei, dass die Ärmeren die Rechnung zahlen. „Dem Reichen ist es doch egal, ob seine Zigaretten teurer werden, ob der Sprit mehr kostet, das Internet, die Lebensmittel!“, schimpft Wrousis

Ganz abgesehen davon, dass die Konsumbereitschaft der Griechen weiter sinken dürfte. „Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem wirklich niemand mehr in mein Taxi steigt“, entrüstete sich ein Athener Taxifahrer am Montag. Seine Situation beschreibt er so: „Ich zahle also künftig höhere Beiträge für Krankenversicherung und Sozialleistungen. Außerdem wird mein Einkommen höher besteuert. Dann finanziere ich das Ganze noch durch die gestiegene Mehrwertsteuer und unzählige andere indirekte Steuern - und dabei habe ich kaum noch Kunden!“

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„Am Schluss verkaufen sie noch die Akropolis“

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Die Sorge in der Bevölkerung ist groß

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