Sparpolitik: Generalstreik legt Griechenland lahm

Sparpolitik
Generalstreik legt Griechenland lahm

Der öffentliche Nahverkehr steht still, Krankenhäuser und Ämter sind nur bedingt besetzt: Tausende Menschen protestieren in Griechenland gegen die Regierung. Sie fordert ein Ende der massiven Sparpolitik.
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AthenEin Generalstreik gegen die massive Sparpolitik der Regierung hat das öffentliche Leben in Griechenland am Mittwoch größtenteils lahmgelegt. Züge und Fähren fuhren nicht, der öffentliche Nahverkehr wurde massiv gestört, staatliche Krankenhäuser und andere öffentliche Dienste konnten nur eingeschränkt arbeiten. Tausende Demonstranten marschierten durch die Innenstadt der Hauptstadt Athen.

Nach Polizeiangaben nahmen mindestens 6000 Menschen an der Demonstration teil. Sie trugen Banner und skandierten Slogans gegen Sparmaßnahmen. Hunderte weitere versammelten sich in einer anderen Gegend von Athen, um an einem zweiten Protestmarsch teilzunehmen. Wegen der Protestaktionen wurde die U-Bahn-Station im zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament geschlossen.

Die Gewerkschaften fordern ein Ende der schmerzhaften, mit tiefen Einschnitten verbundenen Sparpolitik, die der Regierung auferlegt wurde, um die internationalen Hilfen zu bekommen, nachdem das Land 2010 fast pleite war. Die wiederholten Einkommenskürzungen und Steuererhöhungen vertieften die sechs Jahre andauernde Rezession. Die Arbeitslosenquote stieg auf einen Rekordwert von 28 Prozent.

Es gibt aber erste Anzeichen für eine leichte Erholung. Die Wirtschaft soll in diesem Jahr auf den Wachstumspfad zurückkehren. Die Regierung plant zum ersten Mal seit vier Jahren eine Rückkehr an die Kapitalmärkte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • " Sie trugen Banner und skandierten Slogans gegen Sparmaßnahmen."

    Ok, 6000 Menschen klingt nicht gerade nach einer Massenbewegung. Trotzdem wäre es konstruktiver, wenn diese nicht GEGEN irgendetwas wären - das kann ja jeder- sondern auch sagen, von wem sie das Geld für ihren unterfinanzierten Lebensstil bekommen möchten. Das ist die eigentlich spannende Frage...

    Wenn ihnen aufgrund der kulturellen Konditionierung werthaltiges Geld weniger wichtig ist, als das Ausgeben von ungedecktem Geld mit vollen Händen, müssen sie die Konsequenzen ziehen und aus dem Euro austreten.

  • Zitat : Sie trugen Banner und skandierten Slogans gegen Sparmaßnahmen.

    - das verstehe wer will...?

    Laut Medienberichten holt sich doch Griechenland frisches Geld mittels Staatsanleihen.

    Und man reisst sich ja sogar um diese Papiere !

  • Denkfehler, das Geld welches morgen durch 6 % Staatsanleihen generiert werden soll, ist weder für den griechischen Bürger noch für den griechischen Staat gedacht um davon evtl. effektivere, kostensparende oder mehr Steuereinnahmen generierende Strukturen zu ermöglichen. Schulden bei ausländischen Gläubigern müssen bedient werden und ein kleines bisschen bleibt auch noch für die üblichen Kleptomanen im Lande.
    Das griechische Volksblut muss noch viel mehr spritzen, bevor es zu einem echten Volksaufstand kommen kann. Die griechischen EU Wahlergebnisse werden es belegen, es geht noch zu vielen zu gut, auch wenn es einigen schon richtig dreckig geht.

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