Sparpolitik
Streik gegen Entlassungen im öffentlichen Dienst

Aus Protest gegen geplante Massenentlassungen im Öffentlichen Dienst sind die griechischen Staatsbediensteten am Mittwoch in einen 48-stündigen Streik getreten. Europa fordert dagegen weitere Reformen von Athen.
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AthenAus Protest gegen geplante Massenentlassungen im öffentlichen Dienst sind die griechischen Staatsbediensteten am Mittwoch in einen 48stündigen Streik getreten. Tausende gingen in Athen und anderen Städten des Landes auf die Straßen. Der Ausstand steht unter dem Motto „Dauerkampf gegen die Sparpolitik“. Im Zentrum Athens brach wegen zahlreicher Demonstrationen der Verkehr zusammen. „Wir sind Menschen, keine Zahlen“, skandierten die Demonstranten. „Keine Entlassungen - entlasst die Troika (die Kontrolleure der Geldgeber)“, stand auf vielen Transparenten. Die Demonstrationen verliefen zunächst friedlich. Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, die Beteiligung an dem Streik habe bei rund 70 Prozent gelegen.

Die Europäische Union fordert dagegen von Athen weitere Reformen insbesondere des Staatssektors und des Steuerwesens. Am Dienstag hatte Kommissionspräsident José Manuel Barroso Griechenland zugesichert, das Hilfsprogramm zur Überwindung der Wirtschafts- und Sozialkrise nötigenfalls anzupassen. Die Troika aus Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds müsse aber zunächst die Umsetzung des laufenden Programms prüfen. „Wir können nicht alleine entscheiden. Die Geldgeber entscheiden mit, was wir machen“, sagte Wirtschaftsminister Kostis Chatzidakis im Fernsehen. Das müssten die Bürger begreifen, hieß es.

Von dem Arbeitskampf sind vor allem Behörden und die Volksschulen betroffen. Auch Gerichte und zahlreiche Museen blieben geschlossen. Die Gymnasiallehrer streiken schon seit Montag für fünf Tage. Auch die Ärzte in staatlichen Krankenhäusern nehmen am Ausstand teil. Sie behandeln nur Notfälle.

Auch die Journalisten schlossen sich dem Streik an. Sie legten von 9 Uhr Ortszeit für drei Stunden die Arbeit nieder. Im Radio und Fernsehen gab es in diesem Zeitraum keine Nachrichten.

Die Fähren zu den Inseln Griechenlands liefen nach Angaben der Küstenwache regulär aus. Auch die U-Bahnen und die Busse fuhren normal. Hotels, Banken und Taxis sowie Geschäfte werden nicht bestreikt. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden, davon 4000 noch in diesem Jahr.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sparpolitik: Streik gegen Entlassungen im öffentlichen Dienst"

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  • @Rechner

    "Selten so gelacht!

    Barroso kann derartige Zusagen gar nicht machen - Veränderungen an Hilfsprogrammen sind nur mit Zustimmung aller Beteiligten - also auch der Bundesregierung - möglich."

    ++++

    Sie scheinen aus dem Lachen ja gar nicht mehr herauszukommen, denn Ihr "selten so gelacht" steht in fast jedem Ihrer Kommentare.

    Herr Barroso kennt unsere Bundesregierung und weiß, dass nach anfänglichem zögern immer noch deren Einverständnis gekommen ist. Warum sollte es diesmal anders sein?

    Frau Merkel: "Kein Land wird aus der Eurozone gedrängt."

    Herr Schäuble wird sicher wieder die großartigen Fortschritte von Griechenland und den guten Weg loben.

    Athens Ex-Außenminister Dimitris Droutsas: Land braucht beides - Hilfspaket und Schuldenschnitt.
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2229965/
    Griechenland wird seine Schulden nie zurückzuzahlen.
    http://www.youtube.com/watch?v=93vHydOo2vw



  • O-Ton Handelsblatt
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    Aus Protest gegen geplante Massenentlassungen im Öffentlichen Dienst sind die griechischen Staatsbediensteten am Mittwoch in einen 48-stündigen Streik getreten.
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    Immerhin leisten sie so einen Beitrag zur Gesundung der Staatsfinanzen - denn für Streiktage wird nichts gezahlt.

    Und es macht wirklich für niemanden einen Unterschied, ob die Fakelakisten nicht im Amt sind weil sie streiken, oder weil sie ihren Zweitjob als Tapezierer, Kellner, Taxifahrer oder Buchhalter in der Dienstzeit ausüben.

    +++

    O-Ton Handelsblatt
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    Am Dienstag hatte Kommissionspräsident José Manuel Barroso Griechenland zugesichert, das Hilfsprogramm zur Überwindung der Wirtschafts- und Sozialkrise nötigenfalls anzupassen.
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    Selten so gelacht!

    Barroso kann derartige Zusagen gar nicht machen - Veränderungen an Hilfsprogrammen sind nur mit Zustimmung aller Beteiligten - also auch der Bundesregierung - möglich.

  • Na das wird Merkel wieder hinfahren müssen um denen mal wieder knallhart zu sagen, dass am Detuschen Wesen die Welt genesen muß
    Geht ja gar nicht, solche Griechen, die nicht hören wollen

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