Sparprogramm
Neue Streiks in Griechenland geplant

Die Gewerkschaften laufen weiter Sturm gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung. In fast allen Bereichen des Staats- und Wirtschaftswesens sollen Streiks das Land lähmen. Auch Flüge sind betroffen.
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HB ATHEN. Schlechte Nachrichten für die griechische Regierung: Die Gewerkschaften machen diese Woche erneut mobil gegen die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung: Streiks werde es in fast allen Bereichen geben. Der Ausstand soll am Mittwoch mit Streiks in fast allen Bereichen seinen Höhepunkt erreichen. Bereits am Sonntag legten die Bus- und Bahnfahrer in Athen für mehrere Stunden die Arbeit nieder. Am Dienstag und Donnerstag wollten sie für 24 Stunden streiken. Die Bankangestellten wollten am Dienstag und Mittwoch streiken.

Am Mittwoch wollen sich Fluglotsen, Staatsbedienstete und Angestellte öffentlich-rechtlicher Unternehmen wie der Elektrizitätsgesellschaft, sowie Rechtsanwälte und Ingenieure dem Streik anschließen. Wegen des Streiks der Fluglotsen wird es am Mittwoch keine Flüge von und nach Griechenland geben, berichtete das Staatsradio weiter.

Die Regierung in Athen hat im Parlament den Haushaltsentwurf für das Jahr 2011 und eine Reihe von harten Änderungen im Arbeitsmarkt vorgelegt. Die Entschädigungen für Entlassungen werden ab 1. Januar 2011 halbiert. Die von den Gewerkschaftsverbänden ausgehandelten Tarife gelten nicht mehr. Stattdessen können Arbeitgeber mit den einzelnen Betriebsräten niedrigere Gehälter vereinbaren. Die Löhne der Angestellten bei öffentlich-rechtlichen Unternehmen sollen zwischen zehn und 25 Prozent gekürzt werden.

Das Parlament in Athen wird am 22. Dezember um Mitternacht über den Haushalt abstimmen. Die regierenden Sozialisten verfügen über eine Mehrheit von 157 der insgesamt 300 Abgeordneten.

Kommentare zu " Sparprogramm: Neue Streiks in Griechenland geplant"

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  • @Hagen was verdient ein Detscher Zeitarbeiter in Deutschland ????? Nur soviel das geld ist um den 20.des Monats alle,bei 200% leistung ohne Altersvorsorge betreiben zu können nicht schwadronieren komm her hilf unsere Schulden zu bezahlen.

  • Wir leben - Gott sei Dank - in einer Demokratie (übrigens ein griechisches Wort) in der jeder bürger seine Meinung äußern darf. Dies geschieht unabhängig davon, ob sie auf stupiden Stereotypen beruht oder auf fundierten Argumenten baut. ich persönlich kann es jedoch nicht hinnehmen, wenn pauschalisiert wird und mit bild-Zeitungsniveau argumentiert wird. @HH_Köln: Haben Sie auch nur einen Hauch einer Vorstellung, was aktuell in Griechenland beschlossen wird? Wissen Sie darüber bescheid?? Daraus zu schließen, dass ein Streik bedeutet, dass das Sparprogramm von der bevölkerung als Ganzes abgelehnt wird, zeugt zumindest von überheblichem Unwissen. Seine Meinung äußern zu wollen und dafür zu demonstrieren ist eine Errungenschaft und das Resultat der Demokratie. ich wäre gespannt zu sehen, wie ein Angestellter in Deutschland reagieren würde, wenn er innerhalb von wenigen Monaten Gehaltskürzungen von bis zu 30%, eine MwSt-Erhöhung um 4%, radikale Einschnitte im Renten- und Gesundheitssystem, etc. hinnehmen müsste. Diese Maßnahmen sind wichtig und richtig, sie werden jedoch in kürzester Zeit durchgeführt. Selbst in Deutschland, einem Land in dem (historisch leider bewiesen) selten die Meinung des Volkes auf der Strasse zu hören ist (außer aktuell in Stuttgart) würden diese drakonischen Maßnahmen nicht ohne Aufbegehren vom Volke akzeptiert werden.

    Übrigens lese und höre ich nichts über irland, obwohl deutsches Steuergeld in viel höheren Summen dorthin fließen muss. Schließlich sind deutsche banken mit viel höheren Summen an der Staatsverschuldung irlands beteiligt. Aber das sind ja „gute“ Mitteleuropäer womit sich der Kreis der Stereotypen - lieber HH_Köln - dann wieder schließt. Die adäquate irische Aphrodite von Mylos mit ausgestrecktem Mittelfinder habe ich in der deutschen Presselandschaft nicht abgebildet gesehen. Auch haben sich Politiker aus der dritten Reihe nicht gemeldet und den iren nachgelegt, ein Teil ihrer insel zu verkaufen.

    Und lieber HH_Köln: es gibt nicht nur schwarz und weiß oder gut und böse! ich möchte nur an das Thema Compliance erinnern. Wie viele Milliarden wurden dem griechischen Steuerzahler von deutschen „Vorzeigeunternehmen“ (Siemens, MAN etc.) gestohlen, indem diese Konzerne Politiker alle Couleur massiv mit Schmiergeldern jahrelang bestochen haben?

    Dies verlangt jedoch eine kritische Reflektion des eigenen beitrages am Missstand in der Eurozone, die der Überheblichkeit nicht dienlich ist.

  • @HH_Köln so und nicht anders geht es, es ist ein sehr wichtiger,richtiger Schritt.Nun sitzen die Oberen Eliten mit ihren aud schulden Aufgebauten Rettungsschirm und sollen die Hosen runter lassen.Was kostet uns das zu verhindern,nichts den Steuerzahler die Zukunft vieler Generationen.

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