SPD-Außenexperte
Neue Nordkorea-Drohungen „besorgniserregend“

Die Provokationen Nordkoreas nehmen kein Ende. Die Politik in Deutschland ist alarmiert. SPD-Außenexperte Mützenich warnt vor einer weiteren Eskalation. China setzt auf neue Verhandlungen mit Pjöngjang.
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BerlinDie Ankündigung des nordkoreanischen Regimes, sein umstrittenes Atomprogramm weiter auszubauen, hat in Deutschland Besorgnis ausgelöst. „Die wachsende Spannung in Nordostasien ist besorgniserregend. Das Regime in Nordkorea trägt gegenwärtig dafür die Verantwortung“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, Handelsblatt Online.

Nach der Verschärfung der Uno-Sanktionen wegen des jüngsten Atomtests hatte Nordkorea weitere Maßnahmen zum Ausbau seines Kernwaffenprogramms angekündigt. In einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang hieß es, der Sanktionsbeschluss der Vereinten Nationen sei - so wörtlich - ein Produkt der feindseligen Politik der USA. Nordkorea werde aber ungeachtet aller internationalen Beschlüsse seine Stellung als Atomwaffenstaat festigen.

Dass alle Mitglieder im Weltsicherheitsrat gemeinsam und deutlich hierauf reagiert hätten, sei „verantwortlich und deutlich“, sagte Mützenich weiter. Die besonnenen und zurückhaltenden Reaktionen der asiatischen Nachbarn seien ebenso angemessen. „Jetzt geht es um Deeskalation und alles zu vermeiden, was zu einem unbeabsichtigten Waffengang führen könnte“, sagte der SPD-Politiker.

Langfristig dürfe das Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel nicht aus den Augen verloren werden, betonte Mützenich. „Hilfreich dabei wäre die Akzeptanz der kernwaffenfreien Zone in Südostasien durch die Atomwaffenmächte.“ Begleitende Prozesse der Vertrauensbildung und Abrüstung in Asien könnten zudem einen „sicheren“ Frieden in Asien fördern. „Dazu gehört auch die gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte.“

China hat unterdessen zu neuen Verhandlungen aufgerufen. Alle Beteiligten sollten jetzt Ruhe und Zurückhaltung zeigen, sagte Außenminister Yang in Peking. Zugleich wies er darauf hin, dass in der jüngsten Uno-Resolution auch zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche aufgerufen worden sei. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte am Mittwoch die Sanktionen gegen Nordkorea einstimmig, also auch mit den Stimmen Chinas, verabschiedet. 

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " SPD-Außenexperte: Neue Nordkorea-Drohungen „besorgniserregend“"

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  • @Pendler:
    sorry aber ich bin mir grade nicht sicher ob du nur ein troll bist oder du es wirklich ernst meinst

    Es ist leider nicht so einfach wie du denkst. Auf Knopfdruck "einfach mal mir nichts dir nichts" ein gesamtes Volk wegzupusten geht leider nicht, weswegen die USA es eben noch nicht getan hat. (Und wer es getan hat, ist in der Weltgeschichte "der Böse" vgl. Hitler und die Juden)
    Was die USA befürchtet ist außerdem ein atomarer Krieg.
    Denn auch wenn sie es tun würden, hätte Nord Korea möglicherweise noch Zeit für einen Gegenschlag, sind sie doch offiziell in der Lage eine Atombobe zu zünden. Aber auch wenn sie keine Atombombe hätten, und wir "auf Menschenrechte und sowas mal scheißen" würden, wäre es doch für die gesamte Weltbevölkerung ein fatales Ereignis, denn Radioaktivität bleibt nicht stabil und statisch an einem Ort. So eine Atombombe, die nicht nur eine Stadt, wie damals in Japan im 2. Weltkrieg, sondern ein GANZES LAND wie Nordkorea dem Erdboden gleichmachen soll, wird das komplette Ökosystem der Erde kontaminieren.
    Und bevor die Frage gestellt wird "warum wird Kim Jong Un nicht einfach von Agenten der C.I.A ermordet?",
    habe ich hier eine ganz simple Erklärung:
    Zum einem wäre das wohl komplett gegen die Menschenrechte, hatte die USA ihr Ansehen bereits mit Bin Laden in diesem Punkt in der Weltöffentlichkeit verspielt.
    Zum anderem ist es ja so, dass nicht nur Kim Jong Un, seine Ideologie - oder wie man es auch nennen mag - vertritt, sondern seine Generäle usw. wohl auch.
    So stellt sich nun die Frage, was sie wohl tun werden, wenn Kim Jong Un stirbt. Wenn es sich in ihren Augen eindeutig um einen Mord von Seiten der USA handelt, werden sie nach Rache trachten. Sähen sie Umkommen als Unfall oder als natürlicher Tod, würde wohl ganz einfach ein Nachfolger die Macht in Nordkorea ergreifen.

  • Kann ich mich nur anschließen...

    2 Männer bei ner Schießerei. Einer überlebt.
    Aber würde tatsächlich jemand freiwillig die Pistole weglegen und zum Messer greifen?!

    USA, Russland etc. machts doch erstmal vor und vernichtet euer giftiges Zeug, dann haben die andern auch keinen Grund sie zu behalten.

  • Die ständigen Drohungen lassen darauf schliessen, dass der Pleitestaat Nordkorea enorm unter Druck ist. Um den Druck weiter zu ehöhen sind die Sanktionen nochmals zu verschärfen.
    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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