Spekulation
BND zweifelt an zivilem Zweck von Irans Atomprogramm

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hält es für möglich, dass Iran sein umstrittenes Nuklear-Programm auch für militärische Zwecke nutzen will. Das erklärte BND-Präsident August Hanning sagte am Donnerstag in Berlin.

HB BERLIN. Es sei der Eindruck entstanden, dass Iran dabei sei, „die Option für die Produktion von Nuklearwaffen zu erwerben“, sagte Hanning. Die Dimension des Urananreicherungsprogrammes lasse daran zweifeln, ob das Programm nur zur zivilen Nutzung gedacht sei. Hanning verwies darauf, dass Iran auch am Bau von Mittelstreckenraketen arbeite. Beide Programme könnten im Zusammenhang gesehen werden. Iran müsse nun Zweifel am ausschließlich zivilen Zweck seiner Nuklear-Programme ausräumen, indem es die noch offenen Fragen der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) beantworte.

Die USA vermuten, dass der Iran hinter der Energieerzeugung den Bau von Atomwaffen verbirgt. Iran bestreitet das. IAEO-Chef Mohammed ElBaradei rief das Land am Donnerstag erneut auf, die Anreicherung von Uran einzustellen.

Hanning sagte, es sei denkbar, dass es in Iran Kräfte gebe, die an einer Atombewaffnung des Landes interessiert seien. Er bezeichnete dies aber ausdrücklich als Spekulation. Da Iran in einer instabilen Region liege, keinem kollektiven Sicherheitssystem angehöre und seine konventionelle Armee relativ schwach sei, könne man ein Interesse an einer militärischen Stärkung des Landes erkennen.

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