Spekulationen über baldigen Abtritt
US-Finanzminister Snow nimmt wohl seinen Hut

Es gibt in US-Regierungskreisen gibt zunehmend Spekulationen über einen baldigen Wechsel an der Spitze des Finanzministeriums.Finanzminister John Snow könne das Amt noch ein oder zwei Monate führen, aber wahrscheinlich nicht länger, hieß es in den Kreisen am Donnerstag in Washington.

HB WASHINGTON. Bislang war erwartet worden, dass Snow seinen Posten mindestens noch ein halbes Jahr behält. Als aussichtsreichster Nachfolger gilt den Kreisen zufolge der Stabschef des Präsidialamts Andrew Card. Er habe enge Verbindungen zu Präsident George W. Bush, Mitgliedern des Kongresses und Notenbankchef Alan Greenspan, hieß es. Chancen werden auch dem Handelsbeauftragten Robert Zoellick eingeräumt.

Snow ist seit Anfang 2003 Finanzminister. Sein Vorgänger Paul O'Neill hatte sich mit Bush wegen dessen Steuerprogramm überworfen. Der 65-jährige Snow hatte die Steuersenkungen Bushs hingegen gepriesen. Nach dem Wahlsieg Bushs war erwartet worden, dass Snow innerhalb eines Jahres seinen Posten niederlegt, ohne dazu gedrängt zu werden.

Der frühere Polizeichef von New York, Bernard Kerik, soll nach Informationen des US-Senders CNN neuer US-amerikanischer Heimatschutzminister werden. US-Präsident George W. Bush werde Kerik zum Nachfolger des zurückgetretenen Ministers Tom Ridge nominieren, berichtete CNN am Donnerstag unter Berufung aus zwei Regierungsbeamte. Ridge hatte am Dienstag seinen Rücktritt zum 1. Februar angekündigt. Er nannte persönliche Gründe für seine Entscheidung, die Leitung des Superministeriums mit 180 000 Mitarbeitern abzugeben.

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, habe sich im Weißen Haus persönlich für die Ernennung seines engen Vertrauten eingesetzt, berichtete CNN weiter. Kerik war zur Zeit der Anschläge auf das World Trade Center Polizeichef von New York. Im vergangenen Jahr schickte ihn Präsident Bush in den Irak, um dort beim Aufbau der neuen Polizei zu helfen. Derzeit ist Kerik Vize-Chef der Firma für Unternehmensberatung von Giuliani. Alle Nominierungen für das neue Kabinett von Bush müssen vom Senat bestätigt werden.

Der amerikanische UN-Botschafter John Danforth hat nach Informationen des US-Senders CNN überraschend seinen Rücktritt eingereicht. Über Gründe berichtete der Sender am Donnerstag nicht. Das Außenministerium in Washington wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen.

Danforth (67) war seit fünf Monaten im Amt. Sein Vorgänger, John Negroponte, ging als Botschafter nach Bagdad. Danforth war als Nachfolger von Außenminister Colin Powell im Gespräch gewesen. Für den Posten nominierte Präsident George W. Bush jedoch seine nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice.

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