Spekulationen um Vergiftung
Juschtschenko zur Behandlung in Wien eingetroffen

Der ukrainische Oppositionsführer Juschtschenko ist bereits am Freitagabend in Wien eingetroffen, um seine mysteriöse Krankheit benhandeln zu lassen.

HB BERLIN. Viktor Juschtschenko, ukrainischer Präsidentschaftskandidat und Oppositionsführer in Kiew, will seine unbekannte Krankheit noch einmal in Wien behandeln lassen. Am Freitagabend traf er in der österreichischen Hauptstadt ein. Zuvor war berichtet worden, Juschtschenko werde am Samstag oder Sonntag in Wien erwartet.

Unterdessen wird der Ton in der Ukraine wieder schärfer. Wenige Tage nach dem politischen Kompromiss beschimpfte Rivale Viktor Janukowitsch am Freitag Juschtschenko als «Feigling und Schwätzer».

Juschtschenko sagte vor seiner Abreise nach Wien, seine körperliche Verfassung sei «normal» und er befinde sich auf dem Weg zur kompletten Genesung. Seine Krankheit, die sein Gesicht stark entstellt hat, war in dieser Woche erneut Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Die Londoner «Times» hatte gemeldet, die Krankheit sei Folge einer Vergiftung, und hatte sich dabei auf Juschtschenkos Wiener Arzt berufen. Dies wurde noch am selben Tag in Wien dementiert.

Juschtschenko selbst sagte, er sei überzeugt, dass er vergiftet worden sei. Es sei «zweifellos geplant gewesen, mich zu ermorden». Zu seinen Chancen bei der Wiederholung der Stichwahl am 26. Dezember sagte Juschtschenko, er rechne mit einer fairen Abstimmung und mit einer Unterstützung von mehr als 60 Prozent der Wähler.

Juschtschenko war am 10. September in kritischem Zustand in das Wiener Rudolfinerhaus gebracht und dort mehrere Wochen lang behandelt worden. Die Ärzte diagnostizierten eine Entzündung im Magen, Dünndarm, in der Bauchspeicheldrüse und im Ohr sowie eine Leberschwellung und die Lähmung eines peripheren Gesichtsnervs. Das Gesicht Juschtschenkos ist geschwollen und vernarbt. Die Ärzte wollten nicht ausschließen, dass der Politiker vergiftet worden sei. Sie plädierten für weitere Untersuchungen.

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