Spendenaffäre nach Daten-Fiasko
Neuer Ärger für Gordon Brown

Nach einem Daten-Skandal in der vergangenen Woche plagt die britische Regierung jetzt eine Spendenaffäre. Eine Parteispende in Höhe von 400 000 Pfund (rund 560 000 Euro) an die Labour-Partei sei „gesetzeswidrig“ gewesen, räumte Premierminister Gordon Brown ein.

HB LONDON. Brown kündigte eine Rückzahlung des Geldes an. Der Generalsekretär der Regierungspartei, Peter Watts, war am Vorabend zurückgetreten. Er hatte zugegeben, von der Spende gewusst zu haben.

„Es wurden Fehler gemacht, und es wurde ein Prüfverfahren eingeleitet“, sagte Brown vor Journalisten. Er selbst habe erst am vergangenen Wochenende von der Spende erfahren. Der Geschäftsmann David Abrahams hatte der Partei das Geld über Mittelmänner zukommen lassen und damit gegen die Vorschriften verstoßen.

Bereits nach der Datenpanne war das Ansehen der regierenden Labour-Partei auf einem Tiefpunkt angelangt. Nach einer Umfrage für die Zeitung „The Independent“ liegen die Konservativen 13 Prozentpunkte vor Labour, der größte Vorsprung seit 19 Jahren. Die konservativen Tories kommen der Umfrage zufolge derzeit auf 40 Prozent. Die Partei von Gordon Brown musste gegenüber dem Vormonat sechs Prozentpunkte einbüßen und kommt jetzt auf 27 Prozent.

Brown steht seit einer Woche in der Kritik, nachdem aus der Steuerbehörde CDs mit den persönlichen Daten von 25 Millionen Briten verschwunden waren. Der jetzige Spendenvorfall erinnert an den Spendenskandal, der Browns Amtsvorgänger Tony Blair Zustimmung gekostet hatte. Dabei ging es um den mutmaßlichen „Verkauf“ von Adelstiteln an Millionenspender der Labour-Partei.

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