Spezialmetalle
Allianzen gegen Chinas Rohstoff-Monopol

Auf der Jagd nach den Rohstoffen der Zukunft arbeiten Japan und Südkorea mit Hochdruck daran, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Japan setzt auf Indien und Vietnam, um den hohen eigenen Bedarf zu decken. Südkorea sucht den Schulterschluss mit den USA und Bolivien. Die deutsche Wirtschaft warnt indes vor der Verknappung seltener Erden.
  • 1

TOKIO/DUESSELDORF. „Wir erwarten, dass China seine Politik der harten Quoten weiter betreibt“, sagt Kim Sang Woo, Vizedirektor in Südkoreas Wirtschaftsministerium.

Weltweit sorgt sich die Industrie um die Versorgung mit den ebenso wichtigen wie knappen Rohstoffen. Engpässe drohen vor allem bei den sogenannten Seltenen Erden: Spezialmetalle wie Samarium, Yttrium, Neodym oder Lanthan werden für Flachbildschirme, Mobiltelefone und Batterien von Elektroautos benötigt. 97 Prozent dieser Seltenen Erden kommen derzeit aus China. 30 Prozent der weltweiten Vorräte befinden sich in dem Land. Doch Peking hat seine Exporte zurückgefahren, um den eigenen Bedarf zu sichern.

„China hat die Ausfuhr von 60 000 auf 38 000 Tonnen in diesem Jahr gedrosselt“, sagte Klaus Mittelbach, Vorsitzender des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Dadurch habe sich der Preis zum Beispiel von Samarium, das für nukleare Anwendungen benötigt wird, verneunfacht. Mittelbach schließt nicht aus, dass China seine Ausfuhren im nächsten Jahr weiter drosseln wird.

Die Sicherung eines „fairen“ Zugangs zu Rohstoffen wird ein wichtiges Thema auf dem Rohstoffkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sein, der heute in Berlin stattfindet. BDI, Bundesregierung und EU haben bereits Konzepte zur Rohstoffsicherheit vorgelegt.

Noch stärker unter Druck stehen Chinas Nachbarn in Asien. Japans und Südkoreas Unternehmen sind in der Hochtechnologie besonders stark – und besonders anfällig für einen Importstopp. Nach Schätzungen sollen im kommenden Frühjahr bereits die japanischen Vorräte an Seltenen Erden aufgebraucht sein.

Seite 1:

Allianzen gegen Chinas Rohstoff-Monopol

Seite 2:

Kommentare zu " Spezialmetalle: Allianzen gegen Chinas Rohstoff-Monopol"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kann man China kaum vorwerfen, daß alle anderen sich offensichtlich seit Jahrzehnten keine Gedanken darüber gemacht haben, wie sie ihre industrien mit den nötigen Rohstoffen versorgen und dies auch sichern. Dummheit wird bestraft - zu Recht. Ob sich andererseits China selbst einen Gefallen damit tut, die belieferung anderer einzustellen, bleibt zweifelhaft. Das kann zu Gegenreaktionen führen, die China vielleicht noch nicht einkalkuliert hat. Dumm ist es außerdem, denn das vergißt niemand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%