„Spiel mit dem Feuer“
Iranischer Raketentest alarmiert Israel

Der Iran hat am Mittwoch nach eigenen Angaben erfolgreich eine Rakete getestet, die Experten zufolge Ziele in Israel und US-Stützpunkte am Golf erreichen könnte. Die Regierung in Jerusalem reagierte besorgt.

HB TEHERAN. Die Islamische Republik könne jeden Angreifer „in die Hölle schicken“, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einem Besuch in der nördlichen Provinz Semnan laut Nachrichtenagentur Irna. Die Boden-Boden-Rakete vom Typ „Sedschil 2“ habe ihr Ziel genau getroffen. In Kreisen des US-Verteidigungsministeriums wurde der Raketentest bestätigt.

Der Iran testet immer wieder Raketen - auch um seine Entschlossenheit zu demonstrieren, nach einem Angriff die Möglichkeit eines Gegenschlags gegen Israel oder die USA zu haben. Mit einer Reichweite von 2000 Kilometern könnte die „Sedschil 2“ nahezu so weit fliegen wie die ältere „Schahab-3“-Rakete. Der Iran hatte bereits im November eine „Sedschil“-Rakete getestet und diese damals als eine neue Generation von Boden-Boden-Raketen bezeichnet.

Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es, die getestete Rakete habe eine Reichweite von 2000 bis 3000 Kilometern und ähnele der älteren und bereits bekannten „Aschura“-Rakete. Das Ministerium müsse jedoch noch die technischen Daten auswerten. Diese würden Aufschluss über Flugbahn und Ziel der Rakete geben. Ein Sprecher des Ministeriums äußerte sich indes nicht dazu, ob das US-Militär Beweise für den iranischen Raketentest hat.

Die Nachrichtenagentur Isna zitierte den iranischen Verteidigungsminister Mostafa Mohammed Nadschar mit den Worten, die „Sedschil“-Rakete habe eine große zerstörerische Kraft und diene der Abschreckung von Aggressoren. Man habe bereits mit der Massenproduktion der Rakete begonnen.

Die Regierung in Jerusalem reagierte besorgt. „Falls irgendjemand daran gezweifelt hat: Jetzt ist allen klar, dass der Iran mit dem Feuer spielt“, sagte der stellvertretende Außenminister Danny Avalon.

Der neue Test dürfte im Westen die Bedenken über die militärischen Ambitionen des Iran verstärken und könnte den jüngsten Entspannungsbemühungen der USA im Streit über das Atomprogramm des Landes zuwiderlaufen. Militärexperten sehen in der Zurschaustellung des militärischen Potenzials eine direkte Reaktion des Golfstaats auf das erste Treffen von US-Präsident Barack Obama und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Jedes Mal, wenn sie es tun, ist es eine Antwort auf ein bestimmtes Ereignis“, sagte Andrew Brookes vom International Institute of Strategic Studies in London. Die iranischen Raketen seien technisch so weit ausgereift, dass sie ein Problem für Israel und auch andere in der Region darstellten. Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

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