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Spielbank-Projekt: Ein europäisches Las Vegas für Spanien

Vor den Toren Madrids entsteht eine milliardenschwere Spielbankanlage. Die Befürworter erhoffen sich von dem als „Eurovegas“ bekannten Projekt tausende Arbeitsplätze. Kritiker rechnen hingegen mit Korruption.

Der Ministerpräsident der autonomen Region Madrid Ignacio Gonzalez (links) und Michael Leven, Chef von Las Vegas Sands, haben das Projekt „Eurovegas“ beschlossen. Quelle: dpa
Der Ministerpräsident der autonomen Region Madrid Ignacio Gonzalez (links) und Michael Leven, Chef von Las Vegas Sands, haben das Projekt „Eurovegas“ beschlossen. Quelle: dpa

MadridEin europäisches Las Vegas wird vor den Toren Madrids gebaut. Das in spanischen Medien als „Eurovegas“ bezeichnete Spielbank-Projekt des US-Milliardärs Sheldon Adelson erhielt am Freitag die Zustimmung der zuständigen Regionalregierung. Madrid hatte den Vorzug vor Barcelona bekommen. Adelsons Kasino-Konzern Las Vegas Sands plant die Eröffnung des umstrittenen Komplexes für 2017. Befürworter freuen sich auf die Schaffung Tausender Jobs in dem von der Schuldenkrise gebeutelten Land, die Regierung spricht sogar von 250.000 Stellen. Kritiker zweifeln daran, dass die Spielbankanlage, die im Madrider Vorort Alcorcon entstehen soll, positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird. Sie rechnen vielmehr mit mehr Korruption, Prostitution und Umweltschäden.

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Las Vegas Sands will nach eigenen Angaben zunächst 3,6 Milliarden Dollar investieren, um das Projekt anzuschieben. Insgesamt will das Unternehmen 35 Prozent der Bauausgaben übernehmen. In den USA steht der Konzern im Visier der Strafverfolgungsbehörden. Unter anderem wird gegen den Chef des China-Geschäfts ermittelt. Gegen Adelson selbst, mit 22 Milliarden Dollar Vermögen die Nummer 16 unter den weltweit reichsten Männern, gibt es keine Ermittlungen.

Derzeit werden hier noch Schafe gehütet. 2017 soll hier der Spielbankkomplex „Eurovegas“ stehen. Quelle: ap
Derzeit werden hier noch Schafe gehütet. 2017 soll hier der Spielbankkomplex „Eurovegas“ stehen. Quelle: ap

  • 08.02.2013, 20:22 UhrOldi

    Da dort kein echter Mehrwert entsteht, und das Geld nur wandert, wird vermutlich durch einen entstandenen Job, irgendwo anders ein Job verloren gehen. Ob das die richtige Alternative ist?

    Wenn man es genau nimmt, wird einer breiten Masse die Kaufkraft entzogen und fließt einigen wenigen in die Tasche.

  • 08.02.2013, 21:03 UhrKORRUPTUS

    Das ist ein deutliches Zeichen für die Verkommenheit dieses gesamten EU-Systems. Da es aus Spanien sonst nichts positives zu vermelden gibt, wird nun eine "Spielhölle" als Erfolgsprojekt propagiert. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis den Regierenden der EU-Staaten Ihr eigen erschaffener Müll vor die Füße fällt.

  • 08.02.2013, 21:16 Uhrhanwufu

    ich finde das Projekt gut. Die Las Vegas Sands Corp wurde während der Finanzkrise als Pleitekandidat im Kreditmarkt gehandelt, was sich Dank Adelson als Irrtum erwies. Las Vegas Sands Corp hat unter Gläubigern den Ruf zu "liefern" und nicht nur Visionen zu versprechen.

    Nun kann man generell Vorbehalten gegen Glücksspiel haben. Aber Las Vegas Sands baut auch keine billigen Spielomaten-McDonalds-Filialen (sondern eher Vergnügungsparks). Inbesondere vor dem Hintergrund, dass die spanische Bauwirtschaft am Boden liegt, Land und Arbeitskraft sehr günstig zu haben ist, erscheint mir das Projekt als ökonomisch sinnvoll (aus Sicht von Las Vegas Sands).

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