Spionage-Affäre
Russland beruft Österreichs Botschafter ein

Russland hat aus Protest gegen die Festnahme eines seiner Staatsbürger wegen Spionageverdachts den österreichischen Botschafter in Moskau einbestellt.

HB MOSKAU. Der in Wien festgehaltene Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde müsse unverzüglich freigelassen werden, erklärte das russische Außenministerium am Freitag. „Das Vorgehen der österreichischen Seite wird als unfreundlicher Schritt bewertet, der den bilateralen Beziehungen schadet.“

Der Russe genieße diplomatische Immunität und dürfe nicht festgenommen werden, da er zu offiziellen Teilnehmern an einer UN-Veranstaltung gehört habe, erklärte das Außenministerium weiter. Die Festnahme schwäche das Ansehen Österreichs als Sitz etlicher UN-Institutionen. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos äußerte die Hoffnung, dass ihr Mitarbeiter bald freikomme. Ein Sprecher der österreichischen Staatsanwaltschaft erklärte indes, die Ermittlungen wegen Spionage könnten sich über Monate hinziehen.

Je nach Ergebnis könnte der festgenommene Russe in Österreich oder in Deutschland vor Gericht gestellt werden, das einen Haftbefehl auf ihn ausgestellt habe, sagte der Sprecher weiter. Nach Auffassung des Außenministeriums habe der Mann zum Zeitpunkt der Festnahme keine Immunität genossen.

Der Russe war Anfang der Woche im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen einen österreichischen Luftwaffenoffizier festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Wien teilte mit, derzeit seien beide Männer in Haft. Es bestehe der Verdacht, dass ein österreichischer Bundesheerangehöriger an einen russischen Staatsbürger geheime technische Unterlagen übergeben hat. Einem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge läuft ein Verfahren gegen beide Verdächtige.

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