Spionage in Nordirland
Ex-Sinn-Fein-Politiker erschossen aufgefunden

Ein ehemaliger Politiker der nordirischen Sinn Fein ist am Dienstag erschossen aufgefunden worden. Er hatte jahrelang für Großbritannien spioniert.

HB DUBLIN. Die Leiche von Denis Donaldson wurde nach Angaben der Polizei in der irischen Grafschaft Donegal entdeckt. Dorthin hatte sich Donaldson zurückgezogen, nachdem er im Dezember seinen Einsatz als Agent des britischen Geheimdienstes gestanden hatte.

Die Polizei erklärte offiziell, es sei noch nicht bekannt, ob der 55-Jährige sich selbst das Leben genommen habe oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Inoffiziell hieß es jedoch, Donaldson sei offenbar getötet worden. Möglicherweise sei er vorher gefoltert worden. Donaldson wies nach Angaben des irischen Justizministers Michael McDowell eine Schusswunde am Kopf auf.

Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern sprach von einem „brutalen Mord“. Die nordirische Untergrundorganisation IRA erklärte, sie habe nichts mit dem Tod Donaldsons zu tun. Die IRA hat in der Vergangenheit Verrat wiederholt mit dem Tod geahndet. Der Führer der Partei Sinn Fein, Gerry Adams, schloss nicht aus, dass Donaldson von IRA-Dissidenten getötet worden seien, die die diplomatischen Bemühungen der Sinn Fein zur Beilegung des Nordirland-Konflikts stören wollten.

Donaldson war 2002 in einen Spionageskandal verwickelt, bei dem der IRA Informationen aus dem Kabinett in Belfast zugespielt worden sein sollen und der letztlich zum Bruch der nordirischen Allparteienregierung führte. Die Vorwürfe gegen Donaldson und zwei weitere Personen wurden im vergangenen Jahr überraschend fallen gelassen. Wenig später räumte Donaldson ein, rund 20 Jahre in Diensten des britischen Geheimdienstes gestanden zu haben.

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