Spitzen-Gehälter deckeln
Hollande nimmt sich Top-Verdiener zur Brust

Frankreichs Präsident will Pläne zu einer Deckelung von Spitzen-Gehältern vorlegen. Das kündigte Francis Hollande am Mittwoch an. Betroffen sind Unternehmen wie Areva, die vom französischen Staat kontrolliert werden.
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ParisInmitten der Debatte um unpopuläre Etat-Kürzungen und hohe Arbeitslosenzahlen nimmt sich der neue französische Präsident Francois Hollande Privilegien von Top-Verdienern vor. Bis Mitte Juni werde die Regierung Pläne zur Deckelung von Spitzen-Gehältern bei staatlich kontrollierten Unternehmen vorlegen, kündigte Finanzminister Pierre Moscovici am Mittwoch in Paris an.

Der Sozialist Hollande hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, dass kein Manager bei Staatskonzernen mehr als 20 Mal so viel wie der am geringsten bezahlte Angestellte verdienen solle. Betroffen von dem Schritt wären Unternehmen wie Areva oder EDF.

Hollande hatte im Wahlkampf etwa mit der Forderung nach einer Reichensteuer versucht, Punkte bei Geringverdienern zu sammeln. Sein Vorgänger Nicolas Sarkozy war unter anderem unbeliebt, weil ihm zu enge Kontakte zur wirtschaftlichen Elite des Landes nachgesagt wurden. Viele Franzosen zeigen sich unter dem Eindruck rekordhoher Arbeitslosigkeit offen für eine höhere Belastung von Reichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spitzen-Gehälter deckeln: Hollande nimmt sich Top-Verdiener zur Brust"

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  • Toller Populismus! Hollande weiss - wie auch der Artikelschreiber - dass der Präsident nur über die Gehälter der Staatangestellten herrscht. Was soll also die poulistische Bezeichnung "Top-Verdiener"? Ein paar Manager in Staatsunternehmen! Erbärmlich.

  • Da haben sie wohl recht. Aber unsere Linken kommen ja nicht vom Fleck. Und die SPD vertritt die Interessen der Menschen schon lange nicht mehr.

  • *g*
    Soll und Haben kann jede Hausfrau, aber millionenschwere Gehälter machen Pleitebanken und Firmen.
    Nicht immer sind Gehälter das was der Name sagt, etwas mit Gehalt/Inhalt bekommen. Schaffen, nicht bekommen. Zuerst kommt schaffen, dann bekommen. In meiner Welt jedenfalls.
    Und wenn ein Manager es schafft, seine Bank oder Firma ins Minus zu treiben, kann er doch ein "Minus-Gehalt" bekommen? Sprich ohne Job, wie die anderen vorher dann auch.
    Vielleicht dezimieren sich dann auch die ererbten Jobs, die Elite verhungert da schon nicht.

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