Spitzenrepublikaner US-Repräsentantenhaus-Vorsitzender Ryan kündigt Rückzug aus Kongress an

Nicht gefeuert, sondern Verzicht aus eigenen Stücken: Mit Paul Ryan gibt ein weiterer Trump-Vertrauter sein politisches Amt auf – aber nicht sofort.
Update: 11.04.2018 - 17:30 Uhr 1 Kommentar

Aus für Paul Ryan – Stärkster Republikaner im Kongress tritt vor Parlamentswahl zurück

Aus für Paul Ryan – Stärkster Republikaner im Kongress tritt vor Parlamentswahl zurück

WashingtonDer Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses und führende Republikaner in der Parlamentskammer, Paul Ryan, wird bei den Kongresswahlen im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Das gab Ryan am Mittwoch in Washington bekannt.

Er werde die bis Januar 2019 dauernde Wahlperiode voll erfüllen, sagte er. Danach wolle er sich mehr seiner Familie widmen. „Wenn ich weitermachen würde, würden mich meine Kinder nur als Wochenend-Vater kennen“, sagte er.

In Washington schießen bereits seit Tagen Spekulationen ins Kraut, wer Ryan als Vorsitzender des Repräsentantenhauses beerben könnte. Bei den Republikanern hatten sich Fraktionschef Kevin McCarthy und Steve Scalise ins Gespräch gebracht. McCarthy soll erst vor wenigen Tagen mit Präsident Donald Trump zu Abend gegessen haben, berichteten US-Medien.

Allerdings ist nicht sicher, dass die Republikaner bei den Parlamentswahlen im November erneut eine Mehrheit gewinnen und damit das Recht haben, erneut den Parlamentsvorsitzenden zu stellen. Umfragen sehen die oppositionellen Demokraten vorn. Viele Kommentatoren gehen jedoch davon aus, dass Ryan nun vorzeitig zum Rücktritt gedrängt werden könnte.

Ryan hatte erst im Oktober 2015 das Amt des Parlamentsvorsitzenden übernommen, nachdem sein Vorgänger John Boehner im parteiinternen Streit zurückgetreten war. Ryan hatte bereits damals aus familiären Überlegungen gezögert. Ryan sei „ein guter Mann“, schrieb Präsident Trump am Mittwoch auf Twitter.

Die Personalie Ryan löste erhebliche Reaktionen in Washington aus. Dem Republikaner, einst ein Kritiker von Präsident Donald Trump, wurde von vielen in der eigenen Partei vorgeworfen, sich nicht eindeutig genug gegen den Präsidenten gestellt zu haben. Sein Rücktritt könnte bei Parteispendern auch als Signal aufgenommen werden, sich im bevorstehenden Wahlkampf zurückhaltender zu verhalten.

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  • dpa
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  • Trump schleift die Konservativen. Ähnlich wie in Deutschland 1933 ist es ein hartnäckig betriebener Irrtum der Konservativen, dass die Neuen Rechten zu ihnen gehören würden. Trump ist kein Konservativer, er ist ein rechter Anarchist, er will das System demolieren. Er hat keine Werte, er tritt jede christliche, humane Kultur mit Füßen. Je dreister seine Tabubrüche ausfallen, umso mehr sichert er seine Macht ab.

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