Spitzentreffen in Frankreich
Hollande versucht sich als Dompteur der Großkatzen

Frankreichs Präsident will am Rande der D-Day-Feiern Obama und Putin zusammenbringen, Russland und die Ukraine aussöhnen und die Großbank BNP vor einer Milliardenstrafe schützen. Eine schier unmögliche Mission.
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ParisFrançois Hollande versucht am Donnerstag und Freitag am Rande der Feiern zum 70. Jahrestag des D-Day, den diplomatischen Raubtier-Dompteur zu spielen. Er will US-Präsident Barack Obama und Russlands Wladimir Putin politisch wieder näher zusammenbringen, außerdem Putin und den neu gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zu einem Treffen bewegen. Das soll wie eine Anerkennung durch Russland wirken.

Zugleich will Hollande auch noch eine Front der Europäer gegen Obama aufbauen, um vor allem die eigene Großbank BNP Paribas vor einer Milliardenstrafe der Amerikaner zu schützen. Schon eine dieser Aufgaben alleine wirkt halsbrecherisch. Sie alle drei gleichzeitig zu bewältigen, dürfte auch den französischen Präsidenten überfordern.

Gerne hätte Hollande den US-Präsidenten und Putin schon am Vorabend der Feiern zu einem Abendessen zusammengebracht. Doch Obama hat das abgelehnt. So muss Hollande, dem seine Freunde zu weniger kulinarischen Genüssen raten, am Donnerstag zwei Mal essen: Erst ein Diner mit Obama, dann ein Souper mit Putin. Zwischen Abend- und Nachtessen muss er sich eine Strategie für den nächsten Tag überlegen: Da besteht am Rande des Mittagessens der 17 Staats- und Regierungschefs im verträumten Schloss von Bénouville in der Normandie noch einmal die Chance, den amerikanischen und den russischen Präsidenten zusammenzuführen.

Wenn die Diplomaten der beiden Länder das nicht längst selbst organisiert haben. Im Obergeschoss des Schlosses verfügt jede Delegation über eigene Räumlichkeiten, in denen sich ein diskretes Gespräch organisieren lässt. Sie müssen nur einen Vorwand finden, um unauffällig aus dem Speisezimmer über die Freitreppe nach oben zu verschwinden.

In Sachen Ukraine will Hollande angeblich „keine Vermittlung versuchen, sondern dem russischen Präsidenten lediglich klarmachen, was die G7 beschlossen hat“. Das ist: Zusammenarbeit, falls Russland die Unabhängigkeit der Ukraine respektiert, neue Sanktionen, falls es den Osten der Ukraine durch Unterstützung für bewaffnete Separatisten destabilisiert.

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  • Der hat schon viel versprochen ...... nichts ist gekommen.Das ist ja wie in Deutschland.

  • Strafen und saktionieren --- sanktionieren und strafen und das nicht nur in Hinblick auf Russland, sondern auch gegen transatlantische Partner wie Frankreich.

    Europa braucht keine neuen Spaltungen und schon gar nicht einen neuen kalten Krieg, sondern Deskalation was die Ukraine-Krise angeht.

    Hollande wie Merkel sind daran interessiert eine vernünftige Gesprächsbasis mit Putin zu finden. Wenn Putin mitspielt, dürften politische Akteure, die genau das Gegenteil anstreben, in eine Situation geraten, wo ihnen nur noch eine Überrumplungsstrategie weiterhilft, indem Millitäraktionen in der Ukraine massiv ausgeweitet werden mit der "Hoffnung" Putin würde seine Deeskalationspolitik ändern und doch noch in der Ostukraine zu Gunsten der Separatisten militärisch eingreifen.

    Putin ist allerdings aller Voraussicht nach klug genug, nicht in diese Falle zu tappen.

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