Spitzentreffen in Riga Zwei Stunden Gespräch und dann „Gute Nacht"“

Mehr als zwei Stunden dauerte das Gespräch in Riga: Merkel, Hollande und Tsipras wollten Lösungsvorschläge für Athens Schuldenkrise erarbeiten. Frankreichs Präsident warnte schon im Vorfeld vor zu hohen Erwartungen.
Update: 22.05.2015 - 01:19 Uhr 4 Kommentare
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l) scheint gut gelaunt: Worüber er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande (r) während des zweistündigen Treffens in Riga am Rande des EU-Gipfels diskutiert hat, wurde allerdings nicht verraten. Quelle: dpa
Tsipras, Merkel und Hollande

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l) scheint gut gelaunt: Worüber er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande (r) während des zweistündigen Treffens in Riga am Rande des EU-Gipfels diskutiert hat, wurde allerdings nicht verraten.

(Foto: dpa)

RigaBundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben in Riga mehr als zwei Stunden mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras über Lösungsmöglichkeiten für Athens Schuldenkrise diskutiert. Die drei trafen sich am Rande des EU-Gipfels in einem Hotel, um über ein Ende des Streits über neue Milliardenhilfen für Athen zu beraten.

Über den Inhalt des Gesprächs wurde am Freitagmorgen zunächst nichts bekannt. Merkel rief den wartenden Journalisten nach dem Krisentreffen lediglich ein „Gute Nacht“ zu. Tsipras verließ mehrere Meter hinter Merkel und Hollande das Tagungszimmer.

Das rund zweistündige Gespräch habe „in freundschaftlicher und konstruktiver Atmosphäre“„ stattgefunden, teilte später eine deutsche Regierungssprecherin mit. Es habe Einigkeit geherrscht, dass Athen weiter mit den Gläubiger-Institutionen verhandeln müsse.

Das Gespräch war am Donnerstag kurzfristig angekündigt worden. „Im Mittelpunkt stand dabei der angestrebte, erfolgreiche Abschluss des laufenden Hilfsprogramms“, erklärte die Regierungssprecherin. Es habe Einigkeit bestanden, „dass die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den drei Institutionen fortzusetzen“ seien, - also der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

Merkel, Hollande und Tsipras vereinbarten der Erklärung zufolge, „in der nächsten Zeit in engstem Kontakt zu bleiben“. Aus Hollandes Umfeld wurde eine gleich lautende Erklärung verbreitet.

Die linksgeführte Regierung in Athen verhandelt seit Monaten mit den Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über weitere finanzielle Unterstützung - insgesamt stehen noch 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Dafür muss Griechenland eine mit den Institutionen der Geldgeber abgestimmte Liste mit Reformen vorlegen, was sich aber seit Wochen immer wieder verzögert.

Hollande hatte vor dem Dreiertreffen vor zu großen Erwartungen gewarnt. Das Gespräch könne der Vorbereitung eines Sondertreffens der Eurogruppe Ende Mai oder Anfang Juni dienen und „Lösungen skizzieren“. Deutschland und Frankreich würden dort aber nicht „anstelle Europas“ entscheiden, wie im Fall Griechenlands zu verfahren sei.

Merkel und Hollande hatten am Dienstag in Berlin gefordert, die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Kreditgebern zu beschleunigen. Athen muss am 5. Juni eine bedeutende Kreditsumme an den IWF zurückzahlen, die das Land voraussichtlich überfordert.

Erklärtes Ziel Athens ist es deshalb, vor Ende Mai zu einer Einigung mit den Gläubigern zu kommen, die von den Euro-Finanzministern abgesegnet werden müsste. Das nächste reguläre Eurogruppen-Treffen wäre erst am 18. Juni.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schloss einen Bankrott Athens ein weiteres Mal nicht aus. Er würde heute lange nachdenken, bevor er seine Worte von 2012 wiederholen würde, dass es keine Pleite Griechenlands geben werde, sagte er der französischen Zeitung „Les Echos“ und dem „Wall Street Journal“. Mit Blick auf die neue Linksregierung in Athen sagte er, die Lage sei heute im Vergleich zu 2012 deutlich anders.

  • dpa
  • afp
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4 Kommentare zu "Spitzentreffen in Riga: Zwei Stunden Gespräch und dann „Gute Nacht"“"

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  • Jetzt erhalten die Griechen das Geld aus dem ESM was sie nicht bereit waren, von ihren Steuerpflichtigen einzutreiben.

    Wenn das tatsächlich so kommt, dann fehlt aber richtig Feuer unter die Stühle!

    Es ist unerhört zu was sich IM Erika alles traut. Aber ehrlich, so agiert nur jemand, der erpresst wird.

    Zu einem Job befähigt zu sein, ist mehr als seinen Job "nach bestem Wissen und Gewissen" zu erledigen. Das reichte in der ehemaligen DDR und wo die hintrifftete, das wissen wir.

  • Noch ziert sich die Dame aber am Ende wird bezahlt, egal was die Amis wollen.

  • @ Herr Paul Rimmele -

    >> die EU retten >>

    Was gibt es denn da zu retten ? Das Abzockmonster in Brüssel steht genau so kurz vor seinem logischen Ende wie auch der Lebensstandardraubende Misst - € !

  • Man wird die "Drekcsarbeit" wieder der EZB überlassen, die kurzfristig Geld bereitstellen muss.
    Die Entscheidungsträger in der EU, egal ob Merkel oder sonst ein Hingping, haben keinen
    "Arsch" in der Hosen um dieses Drame endlich zu beenden.
    Es kann nur zwei Möglichkeiten geben:
    1. weitermachen mit der Schuldenorgie und irgendwann den Bigbang in Kauf nehmen, oder
    2. jetuzt handeln, die EU retten und den Euro geordnet auflösen.

    Alles Andere ist Augenwischerei und Betrug an den Völkern Europas; man muss auch
    Fehler eingestehen können und die Einführung des Euro war ein Kardinalsfehler,.

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