Spitzentreffen verschoben
Griechen-Krise verhagelt EU-Gipfel-Pläne

Europa bereitet sich mit Hochdruck auf Athens Zahlungsunfähigkeit vor. Dabei hat die Rekapitalisierung der Banken Vorrang. Der EU-Gipfel, bei dem Athens nächste Kredittranche abgenickt werden sollte, verzögert sich.
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LuxemburgDer geplante EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet nicht am 17. Oktober statt. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker bestätigte die Verzögerung. "Der EU-Gipfel wird um eine Woche verschoben", sagte der Regierungschef Luxemburgs im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Für den 17. Oktober war bisher eine Zusammenkunft aller 27 Staats- und Regierungschefs geplant, für den 18. Oktober ein Treffen der 17 „Chefs“ der Eurozone. Nach Angaben von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy soll der Gipfel nun am 23. Oktober stattfinden. "Dieser neue Termin wird es uns erlauben, die globale Strategie mit Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone abschließend auszuarbeiten", sagte Van Rompuy.

Hintergrund der Terminverschiebung sind offensichtlich die schwierigen Verhandlungen mit Griechenland über die Auszahlung weiterer Kredittranchen. Auch das von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Aussicht gestellte Konzept für die Bankenrettung benötigt offenbar Zeit. Merkel und Sarkozy hatten am Sonntag einen ersten Zeitplan vorgegeben. Details sollten in den nächsten Wochen ausgearbeitet, eine dauerhafte Lösung dann auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes am 3. und 4. November präsentiert werden.

Zwar hat die griechische Regierung ihre Gespräche mit der internationalen Expertengruppe nach eigenen Angaben abgeschlossen. Die Treffen mit der sogenannten Troika aus Experten der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seien „beendet“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos. Die Ergebnisse der Beratungen sollen aber wohl erst Ende des Monats veröffentlicht werden.

Seine Regierung erwarte nun, dass die Troika ihren Bericht zu Griechenlands Spar- und Reformbemühungen abgebe, sagte Venzelos. Danach hoffe Athen auf „die Überweisung der sechsten Tranche“ aus den international zugesagten Hilfsgeldern

Das hochverschuldete Griechenland war im Mai 2010 durch ein Hilfspaket der EU und des IWF über insgesamt 110 Milliarden Euro gerettet worden. Daraus steht als nächstes die Auszahlung von acht Milliarden Euro an, die Athen braucht, um einen Staatsbankrott zu verhindern.

Venizelos verlangte vor dem Haushaltsausschuss des Parlaments Nachbesserungen an einem Ende Juli von den Euro-Staaten geschnürten weiteren Hilfspaket. „Wir erwarten einen verstärkten Plan zur Beteiligung des Privatsektors“, sagte er. Dieser müsse „besser“ sein als jener, der beim Gipfel am 21. Juli verabschiedet worden sei. Damals war beschlossen worden, dass private Gläubiger Athens auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten müssen.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

Kommentare zu " Spitzentreffen verschoben: Griechen-Krise verhagelt EU-Gipfel-Pläne"

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  • Griechenland wird Mitglied der Eurozone, nachdem die Finanzminister Evangelos Venizelos geklärt bleiben, im Hinblick auf die Bekanntgabe der Ergebnisse der Troika nach Abschluss der Verhandlungen mit der Regierung.

    "Griechenland ist und wird immer ein Mitglied der Eurozone, der Euro sein", sagte Herr Venizelos sagte in einer Rede auf einer Konferenz.

    Er versicherte auch, dass die Banken und Einlagen in vollem Umfang gesichert sind, und betonte, dass es keine Verstaatlichung der Industrie werden.
    Quelle:adesmeytos.gr

    Da scheint in D ja mehr nicht zu stimmen..bezgl der Nachrichten.Aber hallo!Kein Wort von verhageln bei den Griechen.

  • ... und wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis ...

  • Also am 23. Oktober 2011 wird etwas abschiessend ausgearbeitet, was eine Woche vorher absolut nicht möglich ist.

    Glaubt da jemand dran?

    Der Herr bewahre uns vor solchen "Fachleuten und Politikern."

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