Sprachenstreit in Belgien
Flämischer Premier bringt die Franzosen auf

Einen Monat vor den Regionalwahlen steht Belgiens Innenpolitik Kopf: Der flämische Ministerpräsident Yves Leterme wurde von mehreren französischsprachigen Bürgern wegen „rassistischer Äußerungen“ verklagt.

BRÜSSEL. Grund für solch ungewöhnliche Reaktionen ist ein Interview, das der Christdemokrat der französischen Tageszeitung „Libération“ gegeben hatte. Darin ließ er sich zu der Äußerung hinreisen, die französischsprachigen Belgier seien offensichtlich „nicht intelligent genug“, um die niederländische Sprache zu erlernen.

„Wenn Leterme statt von uns von Afrikanern gesprochen hätte, dann hätten wir jetzt einen ausgewachsenen Skandal wegen einer menschenverachtenden Behauptung“, sagt Olivier Maingin, Chef der französischsprachigen Demokraten in Brüssel. Er will, gemeinsam mit einigen Bürgern aus den Brüsseler Vororten, eine Klage gegen Leterme einreichen

.

Leterme bezog sich mit seiner Äußerung auf die „Communes à facilités“. Diese Gemeinden liegen am Brüsseler Stadtrand, bereits auf flämischem Gebiet, sind aber größtenteils von französischsprachigen Belgiern bewohnt. Aus diesem Grund gelten dort die „facilités“, Erleichterungen für Nicht-Flamen. Sie bekommen zum Beispiel ihre offiziellen Dokumente in französischer Sprache ausgehändigt. Für Leterme ist das ein Beweis dafür, dass sie die niederländische Sprache nicht lernen wollen oder eben nicht dazu in der Lage seien.

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