Sprengsätze an Motorrad und Fahrrad befestigt
Bombenanschlag: Sieben Tote in Pakistan

In der pakistanischen Hafenstadt Karachi sind bei einem Bombenanschlag am Sonntag mindestens sieben Menschen getötet worden. 40 weitere Menschen seien bei zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen nahe der Cafeteria einer bekannten Religionsschule verletzt worden, teilten Polizei und Krankenhäuser mit. Der Zustand von fünf Opfern, darunter mehrere Kinder, sei kritisch.

HB KARACHI/ISLAMABAD. Die Bomben seien an einem Fahrrad und einem Motorrad befestigt gewesen, die neben der Cafeteria abgestellt wurden, berichteten Augenzeugen. Ein Polizeioffizier sprach von einem Terroranschlag, äußerte aber keinen Verdacht gegen irgendjemanden. Nach dem Anschlag bewarfen aufgebrachte Religionsschüler Polizeifahrzeuge und eine benachbarte Wache mit Steinen. Erst am Samstag waren zwei Menschen in Karachi ums Leben gekommen, als in einem reicheren Viertel eine Zeitzünderbombe unter einem parkenden Auto explodierte. Die 14-Millionen-Einwohner-Metropole wird seit Jahren von religiösen Spannungen zwischen den mehrheitlichen Sunniten und der schiitischen Minderheit erschüttert. Auch die Terrororganisation El Kaida verübte mehrfach Anschläge in Karachi.

Informationsminister Sheikh Rashid Ahmed teilte am Sonntag in Islamabad mit, die Behörden verhörten einen weiteren führenden El-Kaida-Verdächtigen. Der mutmaßliche Terrorist Qari Saifullah Akhtar soll unter anderem an den beiden versuchten Attentaten auf Präsident Pervez Musharraf im Dezember vergangenen Jahres beteiligt gewesen sein. Außerdem soll er in enger Verbindung zu El-Kaida-Chef Osama bin Laden gestanden haben. Der Mann war in der vergangenen Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen und dann an Pakistan ausgeliefert worden. Derweil waren auch in Pakistan mehrere angeblich hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerkes gefasst worden.

Die verbotene Extremistengruppe Harkatu Mujahideen bestätigte unterdessen, dass ihr Anführer Maulana Fazalur Rehman Khalil seit drei Monaten im Gewahrsam der Geheimdienste sei. Khalil, ein Gefährte Akhtars, hatte ein El-Kaida-Trainingslager in der ostafghanischen Provinz Chost geleitet, das im August 1998 von den USA mit Marschflugkörpern beschossen worden war. Mit dem Raketenangriff hatte US-Präsident Bill Clinton damals auf die Anschläge auf US-Botschaften in Kenia und Tansania reagiert.

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