Sprengsatz explodiert
Terroranschlag in Athen endet glimpflich

Eine heftige Bombenexplosion hat am Montag die Innenstadt von Athen erschüttert und drei Menschen leicht verletzt. Zuvor hatte es eine telefonische Warnung gegeben - weswegen die Polizei von einem Attentat einheimischer Terroristen ausgeht.

HB ATHEN. Wenige Minuten vor der Detonation ging ein Warnanruf bei einer Athener Zeitung ein, weshalb nicht mehr Menschen verletzt wurden. Der Anrufer soll dabei erklärt haben, der Anschlag gelte dem Wirtschaftsministerium. Dieses wurde aber nicht beschädigt. Durch die Wucht der Explosion zerbarsten aber in einigen umliegenden Gebäuden die Fensterscheiben. Auch mehrere Fahrzeuge wurden durch die Explosion beschädigt.

Wie es aus Polizeikreisen hieß, hatten unbekannte Täter eine Bombe mit Zeitzünder auf einem Motorrad deponiert. Es habe neben einigen Gasflaschen gestanden, die Bauarbeiter vor dem Ministerium für Renovierungsarbeiten deponiert hatten. Die Gasflaschen seien jedoch nicht explodiert, als der Sprengsatz gezündet wurde, sagte ein Sprecher der Feuerwehr und bestätigte damit einen Augenzeugenbericht.

Im Geschäftsviertel Athens beschädigte die Explosion kurz vor Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs Läden, Autos und Cafes. Fensterscheiben zersplitterten. Ein Augenzeuge berichtete, er habe noch rund 50 Meter vom Explosionsort entfernt zerbrochenes Glas gesehen. „Ich hatte Glück, mit dem Leben davon zu kommen“, sagte ein Kiosk-Besitzer. „Ich hörte die Explosion und fühlte dann, wie groß die Druckwelle war.“ Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines großen Postamtes am Syntagma-Platz, allerdings außerhalb der Öffnungszeit.

Experten der Polizei gehen davon aus, dass es sich bei den Tätern um Sympathisanten und Nachahmer der im Jahre 2003 zerschlagenen Terrororganisation „17. November“ handelt. Zurzeit findet in Griechenland in zweiter Instanz der Prozeß gegen 17 Mitglieder dieser Terrororganisation statt.

Es war der zweite Bombenanschlag auf ein griechisches Regierungsgebäude innerhalb eines halben Jahres. Im Juni hatte die Gruppe „Revolutionärer Kampf“ mit einem Sprengsatz das Arbeitsministerium schwer beschädigt. In Griechenland kommt es immer wieder zu kleineren Anschlägen, für die zumeist linke oder anarchistische Gruppen verantwortlich gemacht werden.

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