Sprengstoffspuren auch an zweiter abgestürzten Maschine
Russland verschärft Kontrollen nach Flugzeugabstürzen

Zwei Tschetscheninnen an Bord von jeweils einer der Tupolews haben möglicherweise den Absturz der Maschinen ausgelöst. Beide Frauen hatten in letzter Minute Tickets für die Flüge gebucht.

HB BERLIN. Nach den Flugzeugabstürzen in der Nacht zum Mittwoch haben die russischen Behörden verschärfte Kontrollen an den Flughäfen abgeordnet. Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Samstag unter Berufung auf das Transportministerium berichtet, müssen Passagiere den Fluglinien künftig beim Kauf ihres Tickets alle Einzelheiten aus dem Pass angeben. Der Schritt solle die Dokumentation von Passagieren und Gepäck transparenter gestalten, hieß es.

Hintergrund ist offenkundig das lasche Verhalten des Flughafenpersonals bei der Überprüfung von Reisepässen. Das verlautete aus Behördenkreisen. Demnach konzentrieren sich die Ermittlungen zwei Tschetscheninnen an Bord von jeweils einer der abgestürzten Tupolews. Eine der Frauen hat laut Medienberichten beim Kauf des Tickets nur ihren Nachnamen und die Initialie ihres Vornamens angegeben. Laut Behördenangaben hatten beide Frauen erst kurz vor Abflug ihre Tickets gebucht. Zudem seien sie die einzigen Opfer, nach denen sich keine Angehörigen erkundigt hätten, hieß es.

Am Samstag zitierte die Zeitung «Iswestia» überdies einen tschetschenischen Dorfvorsteher. Demnach sei der Bruder einer der beiden terrorverdächtigen Frauen vor mehreren Jahren verschwunden. Vermutlich sei er das Opfer russischer Soldaten geworden, hieß es.

Die russischen Behörden haben indes nach eigenen Angaben kaum noch Zweifel, dass Terroranschläge zum Absturz der beiden Passagierflugzeuge bei Tula und Rostow am Don geführt haben. Diese Einschätzung ergebe sich aus der Tatsache, dass an Wrackteilen einer Tupolew Sprengstoff-Spuren entdeckt worden seien. Am Samstag bestätigte sich der Verdacht endgültig. Ein Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB teilte mit, dass auch an der zweiten Maschine Spuren von Hexogen - einem Sprengstoff - gefunden worden seien.

Experten hatten schon unmittelbar nach den Abstürzen Terroranschläge vermutet. Die Behörden suchten indes zunächst nach möglichen technischen Ursachen.

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