St. Petersburg
G8-Gipfel startet mit gemischten Gefühlen

Mit einem Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs hat am Samstag im russischen St. Petersburg das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G-8) begonnen.

HB ST. PETERSBURG. Den USA und Russland gelang es unmittelbar vor Beginn des Treffens nicht, mit einer bilateralen Einigung den Weg frei für einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) zu machen.

G-8-Vertreter hatten gehofft, eine Verständigung zwischen den beiden Mächten könnte ein positives Signal für einen erfolgreichen Gipfel-Verlauf senden. US-Präsident George W. Bush und Russlands Präsident Wladimir Putin kamen kurz vor dem Gipfel zu einem Gespräch zusammen. Beide kündigten gemeinsame Vorschläge an, um der Verbreitung von Atomwaffen entgegenzutreten. Auch soll verhindert werden, dass Terroristen in den Besitz von atomarem Material für den Bau so genannter schmutziger Bomben kommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, für die dies der erste G-8-Gipfel ist, war am späten Nachmittag in St. Petersburg eingetroffen. „Für mich ist das schon etwas besonderes“, sagte sie. Dominiert werden dürfte das Treffen von Beratungen über eine Sicherung der weltweiten Energieversorgung, aber auch von Diskussionen über die aktuellen politischen Konfliktfelder, vor allem Nahost. Vertreter mehrerer G-8-Staaten hatten die Zuversicht geäußert, dass die acht Länder sich auf eine gemeinsame Reaktion zur Eskalation in Nahost nach der Entführung israelischer Soldaten und der folgenden Militär-Offensive Israels im Gazastreifen und im Libanon verständigen könnten.

Das bestimmende wirtschaftspolitische Thema auf der Agenda soll nach dem Willen des Gastgebers Russland, der erstmals die G-8-Präsidentschaft innehat, die Sicherung der weltweiten Energieversorgung sein. Nach Angaben deutscher Regierungskreise könnte von dem Treffen auch ein Signal zur Preisberuhigung an den Ölmärkten ausgehen. Dort waren die Preise zuletzt auf Rekordhöhen in Richtung 80 Dollar je Barrel gestiegen. Zur Sicherung der Energieversorgung plädiert die Mehrheit der G-8, angeführt von den USA und Russland, für den Ausbau der Kernenergie. Da Merkel aber nach dem Koalitionsvertrag am deutschen Ausstieg aus der Kernenergie nicht rütteln kann, wird die G-8-Erklärung auch dieser Position Rechnung tragen müssen.

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