Staaten wollen Wachstum anschieben
Scharfe Kritik an Russland auf dem G20-Gipfel

Eigentlich stehen Steuerflucht und eine Anschubhilfe für die Weltwirtschaft ganz oben auf dem Programm des G20-Gipfels. Doch hörbar ist vor allem scharfe Kritik an Russland. Obama wittert eine globale Bedrohung.
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BrisbaneDer Streit über den russischen Kurs im Ukraine-Konflikt hat den Auftakt des G20-Gipfels im australischen Brisbane überschattet. Zentrales Ziel des zweitägigen Treffens der Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer ist eigentlich eine Anschubhilfe für die Weltwirtschaft und der Kampf gegen Steuerflucht.

Australiens Ministerpräsident Tony Abbott sprach als Gastgeber am Samstag von einem „Signal der Hoffnung und des Optimismus“, das von dem Gipfel ausgehen soll. Das Treffen werde zeigen, dass die G20 für mehr Wachstum und Arbeitsplätze sorgen können. US-Präsident Barack Obama und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nutzten es aber bereits zu scharfer Kritik an der russischen Ukraine-Politik. Neue Sanktionen stehen im Raum. Russland bestritt Vorwürfe, die Rebellen in der Ost-Ukraine militärisch zu unterstützen und damit für die Eskalation des Konflikts verantwortlich zu sein.

Der G20-Gipfel ist zum wichtigsten Forum für eine internationale Abstimmung in der Finanz- und Wirtschaftspolitik geworden. Der Gastgeber Abbott hatte vor einem ersten informellen Treffens der Staats- und Regierungschefs deutlich gemacht, dass er fürchtet, die wirtschaftlichen Themen könnten in den Hintergrund geraten.

Abbott lockt mit neuen Arbeitsplätzen

Abbott betonte, es gehe in Brisbane darum, die G20-Wachstumsinitiative voranzutreiben. Es sei nun konkretes Handeln nötig, die G20 müssten liefern und nicht nur hehre Absichten erklären. "Wir glauben, dass als Ergebnis unserer Arbeit die Weltwirtschaft um mehr als zwei Prozent zusätzlich über die nächsten fünf Jahr wachsen kann", sagte Abbott. Millionen neuer Jobs und Billionensummen an zusätzlicher Wirtschaftsleistung würden dadurch geschaffen. Sein Finanzminister Joe Hockey sprach von mehr als 1000 Einzelinitiativen, zu denen sich die G20-Staaten verpflichtet hätten, um beim Wachstum voranzukommen.

Derzeit schwächelt die Wirtschaft vor allem in Europa. Die Flaute ist auch eine Folge der geopolitischen Krisen, in den Experten inzwischen große Risiken für die Weltwirtschaft sehen. Vor allem der Ukraine-Konflikt und die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland wirken sich dämpfend auf die Konjunktur aus. Die Gruppe der führenden Schwellenländer (BRICS), zu der Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zählen, forderte von den Industrieländern, mehr für das Wachstum über eine Stärkung der globalen Nachfrage zu tun.

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Scharfe Kritik an Russland - Diskussion über Sanktionen

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