Staatenchefs bieten Unterstützung bei Lösung des Tschetschenien-Konflikts an
Bestürzung über blutiges Ende der Geiselnahme

Ausländische und deutsche Politiker haben ihr Bedauern über die zahlreichen Opfer des Geiseldramas in Nordossetien geäußert. Bundeskanzler Schröder sagte, das Schicksal der Geiseln bewege jeden in Deutschland.

HB BERLIN. Mit Bestürzung und der Mahnung zu einer politischen Lösung des Tschetschenien-Konflikts haben die EU-Außenminister auf den blutigen Verlauf des Geiseldramas in Nordossetien reagiert. Der amtierende EU-Ratsvorsitzende und niederländische Außenminister Bernard Bot sprach bei einem Treffen der Ressortchefs am Freitag in Valkenburg von einer «großen menschlichen Tragödie». Die EU werde die russische Regierung bei der Suche nach einer Lösung des Tschetschenien-Konflikts unterstützen.

Der britische Premierminister Toy Blair nannte das Vorgehen der Geiselnehmer «unmenschlich» und drückte in einem Telegramm an den russischen Präsidenten Wladimir Putin sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer aus.

Auch deutsche Politiker äußerten Entsetzen und Abscheu. Bundespräsident Horst Köhler schrieb in einem Beileidstelegramm an Putin, der Überfall habe ihn mit tiefster Sorge erfüllt. Er forderte Putin auf, den Terror auch mit politischen Mitteln zu bekämpfen. Der Terrorismus «ist eine Bedrohung für uns alle», schrieb Köhler. «Wir werden ihn nur dann erfolgreich bekämpfen können, wenn wir seine Ursachen aufdecken und ihnen, auch mit politischen Mitteln, begegnen.»

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte, man stehe vor einer neuen Dimension im Terrorismus. Am Rande der Kabinettsklausur in Bonn sagte er, politische Lösungen seien nur mit denen möglich, die Terror ohne Wenn und Aber ablehnten. Er sei fest davon überzeugt, dass die internationale Staatengemeinschaft Terroraktionen auf das schärfste verurteilt und entschieden bekämpft. «Ich denke, dass das russische Volk Anspruch auf unser aller Solidarität hat und genau das werden wir auch zum Ausdruck bringen», sagte der Bundeskanzler.

Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach von einem «abscheulichen Verbrechen». Fischer sagte am Rande des Treffens der EU-Außenminister, es sei klar, dass es in Tschetschenien nur eine politische Lösung geben könne. Auf beiden Seiten seien schwere Menschenrechtsverletzungen begangen worden. Im Kampf gegen den Terrorismus gehe es aber insgesamt darum, «dass wir unsere Werte verteidigen», auch unter schwierigsten Bedingungen. Zu einem Krieg der Zivilisationen dürfe es nicht kommen.

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