Staatengemeinschaft
Südostasien setzt auf Binnenmarkt

Die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean will der schlimmsten Wirtschaftskrise seit ihrer Gründung vor 42 Jahren mit der beschleunigten Errichtung eines gemeinsamen Binnenmarkts begegnen. Bis 2015 wollen die Asean-Staaten eine Wirtschaftsintegration nach Vorbild der EU schaffen – und ihre Konjunkturpakete aufeinander abstimmen.

HUA HIN. Die zehn Mitglieder vereinbarten auf ihrem Gipfeltreffen im thailändischen Seebad Hua Hin, ihre nationalen Konjunkturpakete besser aufeinander abzustimmen und Maßnahmen zu vermeiden, die zu Lasten der Wirtschaft anderer Asean-Staaten gehen. Südostasien müsse schneller zu einem gemeinsamen Markt werden und dürfe nicht der Versuchung des Protektionismus nachgeben, sagte Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva gestern nach Ende des zweitägigen Treffens.

Die zehn Asean-Staaten mit einer gemeinsamen Wirtschaftsleistung von umgerechnet 1,1 Billionen US-Dollar sind wegen ihrer hohen Expostabhängigkeit besonders stark von der globalen Rezession betroffen. Im Wochenrythmus müssen sie ihre Wirtschaftsdaten dramatisch nach unten korrigieren. Während des Gipfels wurden neue Hiobsbotschaften bekannt. Singapurs Exporte brachen im Januar um mehr als ein Drittel ein verglichen mit dem Vorjahr, in Thailand betrug das Minus 26,5 Prozent, in Malyasia 13,4 Prozent. Die Krise könne möglicherweise mehrere Jahre andauern und damit deutlich länger als bisher angenommen, warnte Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong.

Die zehn Asean-Staaten Birma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam haben Ende 2007 den Zusammenschluss zu einem Binnenmarkt bis 2015 vereinbart. Sie wollen ihre teils hohen Handelsbarrieren vollständig abbauen, Kapitalverkehrskontrollen weitgehend aufheben, ausgebildeten Arbeitskräften freie Arbeitsplatzwahl in der Staatengemeinschaft garantieren und sogar eine gemeinsame Wettbewerbspolitik verfolgen.

Das Vorhaben habe wegen der globalen Rezession an Dringlichkeit gewonnen, sagte Abisith. Südostasien müsse die Binnennachfrage und den Binnenhandel ausbauen, da eine baldige Erholung der Wirtschaft seiner wichtigsten Handelspartner Japan, USA und Europa immer unwahrscheinlicher werde. Asean werde deshalb in Schlüsselbranchen die Liberalisierung beschleunigen, sagte Thailands Premier, ohne allerdings Details zu nennen, um welche Sektoren es sich handelt. Auch wollen die Mitgliedstaaten ein Frühwarnsystem gegen protektionistische Maßnahmen einrichten.

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