Staatliche Wneschtorgbank will Guta-Bank übernehmen
Kunden stürmen in russische Geldinstitute

Die Schließung der relativ großen Privatbank Guta durch die Zentralbank in Moskau hat für Unruhe unter der Bevölkerung gesorgt. Der Zentralbankchef versucht derweil zu beruhigen.

HB MOSKAU. Hunderte Kunden stürmten nach Medienberichten vom Mittwoch in Moskau in Geldinstitute wie Alfa-Bank, Dialog-Optim und MDM-Bank, um ihre Einlagen abzuheben. Die Guta-Bank musste wegen Bargeldmangels ihre 76 Filialen schließen. In dem schwach entwickelten russischen Finanzsektor werden zudem auch die Reformen der Zentralbank mit Argusaugen beobachtet.

Russland hatte zuletzt im August 1998 eine Finanzkrise erlebt. „Es gibt keine Bankenkrise“, versuchte Zentralbankchef Sergej Ignatjew am Mittwoch die Lage zu beruhigen. Es gebe auch keine „Liste schlechter Banken“, die geschlossen werden sollen, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax.

Die russische Zentralbank hatte in den vergangenen zwei Monaten der Sodbisnesbank und der Trustkreditbank wegen angeblicher Verstöße gegen das Geldwäschegesetz die Lizenz entzogen. Als wichtige Reform will die Zentralbank bei den kapitalschwachen russischen Banken die Absicherung der Einlagen verbessern, was absehbarerweise viele kleine Geldhäuser aus dem Markt drängen wird.

Die Reform sei notwendig, pflichtete die Deutsche Bank in Moskau in einer Erklärung bei. „Der Strom an negativen Nachrichten kann allerdings dazu führen, dass Geld aus Privatbanken in solide staatliche Banken wie die Sberbank abgezogen wird“. Dies treffe selbst eine große Privatbank wie die Alfa-Bank, immerhin die Nummer fünf auf dem russischen Markt.

Noch kleinere Banken wie die Guta-Bank, der Größe nach Nummer 30, müssten eine Restrukturierung durchlaufen, erklärte die Deutsche Bank. Zentralbank-Chef Ignatjew bestätigte, die staatliche Wneschtorgbank wolle die Guta-Bank aufkaufen.

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