Staatsanwältin für Korruptionsanklage
Scharon gerät mächtig unter Druck

In der Korruptionsaffäre um den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat sich die ermittelnde Staatsanwältin für eine Anklage des Regierungschefs ausgesprochen. Das könnte zum Rücktritt des Regierungschefs führen.

HB JERUSALEM. Staatsanwältin Edna Arbel habe die Empfehlung an Generalstaatsanwalt Menachem Masus weiter geleitet, teilte das Justizministerium am Sonntag in Jerusalem mit. Dieser befindet letztlich über eine Anklage. Bis zu seiner Entscheidung könnten zwei Monate vergehen, verlautete aus dem Justizministerium. Scharon war aus den eigenen Reihen der Rücktritt nahe gelegt worden, sollte es zu einer Anklage kommen. Scharons politische Stellung ist durch die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften zu einem Zeitpunkt geschwächt, in dem er bei der US-Regierung um Unterstützung für seinen Plan zur Räumung jüdischer Siedlungen im Gaza-Streifen wirbt.

Scharon will am 14. April zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush nach Washington reisen. Der Rückzugsplan wird von Ultranationalisten in seiner Koalition abgelehnt. Im Falle einer Anklageerhebung solle Scharon zurücktreten, hatte Infrastruktur-Minister Josef Paritsky von der Schinui-Partei - Scharons wichtigster Koalitionspartner - gesagt. Auch Minister Usi Landau aus Scharons Likud-Partei sagte, der 76-Jährige müsse dann zumindest die Amtsgeschäfte ruhen lassen. Der frühere Polizeiminister Mosche Schahal sagte im israelischen Rundfunk über die Aussichten einer Anklage: „Ich würde sagen, es ist eine Empfehlung die man kaum ignorieren kann.“

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