Staatsanwalt hatte Todesstrafe gefordert
Geiselnehmer von Beslan zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein russisches Gericht hat den einzig überlebenden Geiselnehmer von Beslan am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Viele Überlebende haben den russischen Behörden vorgeworfen, Kulajew als Sündenbock zu gebrauchen, um von eigenem Versagen abzulenken.

HB WLADIKAWKAS. Das Gericht befand den Angeklagten jedoch in allen Anklagepunkten - darunter auch Terrorismus und Mord - für schuldig. Der tschetschenische Zimmermann Nurpaschi Kulajew hatte auf unschuldig plädiert. Der 1980 geborene Tschetschene war 2004 an der gewaltsamen Besetzung einer Schule in Beslan beteiligt. Dabei waren 1300 Menschen als Geiseln genommen worden. Während des mehrtägigen Dramas und der Befreiungsaktion starben 331 Menschen, die Hälfte davon Kinder. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Deren Vollzug ist in Russland jedoch ausgesetzt.

Bei der Stürmung der Schule war es Augenzeugen zufolge zu schweren Pannen gekommen, die die rasche medizinische Versorgung von Verletzten verhinderten. So seien Fahrzeuge mit blutenden Kindern wegen eines Verkehrsstaus nicht vorangekommen. Zudem habe die Feuerwehr nicht genug Löschwasser gehabt und es seien schwere Waffen eingesetzt worden, obwohl das Schicksal zahlreicher Geiseln ungeklärt gewesen sei. Auch eine offizielle Untersuchung stellte fest, dass Versäumnisse und Inkompetenz der Behörden zum Ausmaß der Tragödie beigetragen hätten, ohne allerdings Verantwortliche beim Namen zu nennen.

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