Staatsbesuch
Russland und Venezuela: Gasriese trifft Ölprinz

Russland zeigt Stärke: Kurz vor einem Besuch von Kremlchef Dmitri Medwedew in Venezuela haben vor der Küste des südamerikanischen Landes russische Kriegsschiffe festgemacht - was live im Fernsehen übertragen wurde und die in den USA für Kritik sorgt.

HB CARACAS/MOSKAU. Angeführt von dem atomar angetriebenen Raketenkreuzer "Pjotr Weliki" (Peter der Große) gingen die Schiffe im Karibik-Hafen von La Guaira 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Caracas vor Anker. Die Ankunft der Schiffe wurde von Präsident Hugo Chávez bekanntgegeben und vom staatlichenFernsehen live übertragen. Mit den Manövern wolle man niemanden provozieren oder einschüchtern, sagte der Linksnationalist und US-Kritiker.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew wird nach einem Aufenthalt in Brasilien am Mittwoch in Caracas erwartet. An den rund einwöchigen Übungen nimmt unter anderem auch der russische U-Boot-Zerstörer "Admiral Schabanenko" teil. Die Marineeinheiten wollen am 1. Dezember in der Karibik eine gemeinsame Schießübung abhalten, sagte der Chef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Viktor Sawarsin. Die militär-technische Zusammenarbeit beider Länder stehe im Einklang mit internationalem Recht.

Die venezolanische Regierung wollte unterdessen keine Auskunft darüber geben, wo und wie lange das Manöver sein wird. Insgesamt würden an den mehrtägigen Manövern 2300 Marinesoldaten beider Länder teilnehmen, hieß es. Chávez sagte, er werde "als Soldat" persönlich mit dabei sein. Spekulationen, wonach Venezuela "zur neuen Basis eines kalten Krieges in der Karibik" werde, wies Chávez zurück. "Das ist eine Verdrehung der Tatsachen", versicherte der frühere Oberstleutnant.

Venezuela habe früher gemeinsame Manöver mit den USA durchgeführt, betonte Chávez. "Aber dann haben sich die (USA) entschlossen, uns heimtückisch anzugreifen, und zwar politisch, wirtschaftlich und militärisch", klagte er. Deshalb schaffe sich Venezuela jetzt ein eigenes Verteidigungssystem. Die Manöver mit Russland stellten einen "Austausch zwischen zwei freien, souveränen Ländern" dar, betonte Chávez.

Vor drei Jahren hatte Chávez in Russland für über vier Milliarden Dollar Helikopter, Suchoi-Flugzeuge und 100 000 Kalaschnikow- Sturmgewehre gekauft. Danach wurden weitere Waffenlieferungsabkommen besiegelt. Venezuela ist damit einer der größten Importeure russischer Waffen. Im Juli dieses Jahres unterzeichnete der venezolanische Präsident bei einem Besuch in Moskau mehrere Verträge über eine engere bilaterale Kooperation auch im militärischen Bereich.

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