Staatschef schmierte Politiker im Ausland
Saddam hatte keine Massenvernichtungswaffen

Nach 17 Monaten Suche sind US-Waffeninspekteure im Irak zu dem Schluss gekommen, dass das Regime von Saddam Hussein im vergangenen Jahr keine Massenvernichtungswaffen hatte. Allerdings habe Saddam den Ehrgeiz nie aufgegeben, solche Waffen wieder herzustellen, heißt es in dem Bericht von Waffeninspekteur Charles Duelfer.

HB WASHINGTON/PARIS. Zu diesem Zweck habe Saddam habe Politiker und Firmen in Frankreich, Russland und China bestochen, um die UN-Sanktionen auszuhebeln. Namentlich wurde unter anderem der frühere französische Innenminister Charles Pasqua genannt.

Duelfer räumte am Mittwoch vor dem Streitkräfteausschuss des Senats ein, dass die Geheimdiensterkenntnisse über vermeintliche Waffenprogramme, die die US-Regierung als Hauptgrund für den Krieg genannt hatte, nicht stimmten. „Wir lagen praktisch alle falsch“, sagte Duelfer. „Die Aussicht, militärisch relevante Lagerbestände zu finden, sind weniger als fünf Prozent.“

Er geht nicht davon aus, dass biologische und chemische Kampfstoffe außer Landes geschafft wurden. Die letzte illegale Fabrik sei 1996 geschlossen worden. Saddam habe die Öffentlichkeit aber vor allem als Abschreckung gegen die Nachbarn bewusst im Unklaren gelassen. Das sei bei Verhören des ehemaligen Machthabers deutlich geworden. Das Atomprogramm lag nach Angaben von Duelfer seit Anfang der 90er Jahre brach. Die US-Regierung hatte vor dem Krieg gewarnt, das Saddam innerhalb von Monaten eine Atomwaffe bauen könne.

Duelfer ließ sich auf Nachfragen der Senatoren nicht auf Kritik an der US-Regierung ein. Saddam sei ohne Zweifel ein gefährlicher Mann gewesen. „Saddam hat die Absicht, das chemische Waffenprogramm nach dem Ende der Sanktionen wieder aufzunehmen, nie aufgegeben“, heißt es in dem 918 Seiten starken Bericht. Zu diesem Zweck habe er zahlreichen Politikern und Firmen vor allem in Frankreich, Russland und China, alle drei Sicherheitsratsmitglieder, Schmiergelder bezahlt. Er wollte damit die Aufhebung der Sanktionen forcieren.

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