Staatsdefizit
IWF drängt Frankreich zum Sparen

Nach Ansicht des IWF könnte Frankreich in Schwierigkeiten geraten. Der Währungsfonds empfiehlt dem Land eine Anpassung des Steuersystems. Dazu gehört auch die Einführung neuer Steuern.
  • 10

Paris/WashingtonDer Internationale Währungsfonds drängt Frankreich zum stärkeren Abbau seiner Schulden, damit das Land seine Kreditwürdigkeit als Spitzenschuldner erhalten kann. Ohne weitere Ausgabenkürzungen vor allem im Renten- und Gesundheitssystem lasse sich das Ziel nicht erreichen, das Defizit bis 2013 auf den zulässigen Wert von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, erklärte der IWF am Mittwoch. Präsident Nicolas Sarkozy hat angekündigt, das Defizit von 7,1 Prozent des BIP im vorigen Jahr bis 2013 schrittweise unter drei Prozent zu senken. Der IWF unterstützte in seinem jüngsten Frankreichausblick Sarkozys Vorschlag, eine Schuldenbremse in die Verfassung aufzunehmen, was die Sozialisten im Vorfeld der Präsidentenwahl im kommenden Frühjahr ablehnen.

Da die französischen Steuersätze die höchsten in Europa seien, komme zum Schuldenabbau nur zusätzliches Kürzen infrage, erklärte der IWF. Der Fonds geht davon aus, dass das Defizit in diesem Jahr auf 5,7 Prozent und im kommenden Jahr auf 4,8 Prozent fallen wird. Ohne weiteres Sparen werde der Fehlbetrag im Etat Ende 2013 bei 3,8 Prozent des BIP verharren.

Haushaltsministerin Valerie Pecresse bezeichnete das Defizitziel von drei Prozent als sakrosankt. Um dieses Ziel zu erreichen, werde die Regierung notfalls Steuerschlupflöcher schließen, kündigte Pecresse.

Sarkozy hatte in der vergangenen Woche eine entscheidende Rolle bei der Vereinbarung eines zweiten Hilfspakets für Griechenland gespielt. Aber wegen der hohen Verbindlichkeiten bleibt Frankreichs AAA-Einstufung als Top-Schuldner unter Beobachtung. Die Grande Nation gilt als das schwächste Glied in der Kette der sechs mit AAA ausgezeichneten Euro-Länder. Die anderen Elite-Schuldner sind Deutschland, Österreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte vorige Woche gewarnt, ohne weitere Reformen drohe Frankreich die Abstufung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Staatsdefizit: IWF drängt Frankreich zum Sparen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ihr letzer Satz war "auf was warten wir eigentlich noch"
    Wir, d. h. unsre "Eliten" sind sicher schon in Vorbereitung.
    Wir warten auf Krieg.
    Die letzte Strophe eines Gedichtes von Tucholsky sagt das doch ganz deutlich:
    "Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird ein bisschen Krieg gemacht."

  • Die Foristen scheinen die Wurzel des Übels erkannt zu haben.

    Dagegen war 1929 Peanuts – was jetzt kommt und mit unendlichen Milliarden und Billionen lediglich hinausgeschoben wurde:

    +++ Finale Krise des Finanzsystems 2011 +++
    http://www.siggi40.magix.net/public/Fotos/Finale_Krise_des_Finanzsystems_im_naechsten_Jahr.pdf

    +++ Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten +++
    http://www.faz.net/artikel/S31163/im-gespraech-steve-keen-wir-sind-in-der-groessten-finanzblase-aller-zeiten-30071516.html

    +++ Erst die Bankster – nun die Staaten +++
    http://www.wiwo.de/finanzen/staaten-auf-der-kippe-424738/

    +++ Zusammenfassung – zum Frohlocken und Hossiana singen +++
    http://siggi40.magix.net/website#Geld%203

    Leute, da is nix mehr zu retteen – da is Feierabend!
    Die offiziellen Staatsschulden der westlichen Industriestaaten – wie aus Grimms Märchen!
    Deshalb die Schattenhaushalte, damit der dumme Pöbel nicht alles mitbekommt
    http://www.siggi40.magix.net/public/Fotos/Schattenhaushalte.jpg

    +++ Griechenland, Irland und Portugal sind nur ein kleiner Vorgeschmack +++
    Die Lage ist nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ernst. Es drohe ein Flächenbrand, wenn Staaten und Private nicht umgehend und massiv sparten. Die gängigen Ausreden lassen die Experten nicht gelten.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Griechenland-Irland-und-Portugal-sind-nur-ein-kleiner-Vorgeschmack/story/15866457

    +++ Die kriminelle Energie der herrschenden Kreise – sie ist ungetrübt und unverschämt +++
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4493

    Tja, und was meint mein Lieblingsprofessor dazu, Markus Kerber?
    „Revolte wird Pflicht für Citoyens. Revolte wird in dieser Ausnahmesituation zur vornehmen Pflicht jedes deutschen Citoyens, wenn die politische Klasse so erbärmlich versagt.

    Auf was warten wir eigentlich noch?

  • @ihr: Du scheinst neben Betriebs- auch Volkswirtschaft studiert zu haben, so klug wir du argumentierst. In deinen Sätzen findet man kaum ideologische Züge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%