Staatsdefizite Notenbank drängt Briten zu Etatdisziplin

Die britischen Staatsschulden wachsen - und die Kritiker werden lauter. Jetzt schaltet sich der Zentralbankchef ein. Er fordert ein entschiedenes Handeln der Regierung. Damit setzt er den angeschlagenen Premierminister Gordon Brown weiter unter Druck. Der Ärger ist programmiert.
Er fordert einen Plan zum Abbau der Defizite: Notenbankchef Mervyn King. Quelle: Reuters

Er fordert einen Plan zum Abbau der Defizite: Notenbankchef Mervyn King.

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LONDON. Die Verschuldungsarie des britischen Premiers Gordon Brown gerät immer stärker unter Beschuss. Nun hat sich auch Zentralbank-Chef Mervyn King in die Reihe der Kritiker eingereiht: Das von der Labour-Regierung veranschlagte Haushaltsdefizit sei, "wahrlich außergewöhnlich", sagte King. Wer immer die nächste Regierung stelle, müsse klar aufzeigen, wie diese Schulden wieder abgebaut werden sollen.

Die Regierung in London beziffert die Verschuldung einschließlich Bürgschaften und der Gelder für die Bankenrettung auf 2,2 Billionen Pfund. Die Ökonomen des Adam-Smith-Institut, die auch Zahlungen für öffentlich-private Partnerschaften und nicht vorfinanzierte Renten für den öffentlichen Dienst einrechnen, setzten die Bruttoverschuldung sogar bei vier Billionen Pfund an.

Die Deckungslücke im Haushalt hat sich nach Berechnungen von Schatzkanzler Alistair Darling zwischen Oktober und April von 120 Mrd. auf 608 Mrd. Pfund erhöht. Die OECD und die EU prognostizieren, dass das britische Defizit im nächsten Finanzjahr auf rund 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wachsen wird. Das wäre der höchste Fehlbetrag unter allen 30 OECD-Mitgliedern. In der EU würden die Briten nur von den Iren übertroffen.

Ratingagenturen haben angesichts der ausufernden Schulden bereits vor einer Abstufung der Bonität Großbritanniens gewarnt. Und die Währungsmärkte reagierten durch die Abwertung des Pfundes auf die Haushaltskrise.

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