Staatsgarantien: Irland verlängert Stützen für Banken

Staatsgarantien
Irland verlängert Stützen für Banken

Das Misstrauen der Märkte ist für die Republik Irland ein zu unkalkulierbares Risiko, als dass sie die heimischen Banken dem aussetzen würden. Kurzerhand wurden nun die Staatsgarantien bis Jahresende verlängert - es soll ein Ausverkauf vermieden werden.
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HB DUBLIN. Unter dem Druck misstrauischer Anleger stellt sich die irische Regierung länger hinter das heimische Bankensystem als zunächst geplant. Die Staatsgarantien für kurzfristige Bank-Verbindlichkeiten würden bis Jahresende verlängert, sagte Finanzminister Brian Lenihan am Dienstag. Die Garantie wäre sonst Ende September ausgelaufen. Es wurde befürchtet, dass institutionelle Anleger dann ihr Kapital aus dem irischen Bankensektor abziehen. Irland hatte vor zwei Jahren eine Garantie für die Schulden des gesamten Finanzsektors abgegeben und damit auch die angeschlagene Anglo Irish Bank gerettet.

Die Kosten für das inzwischen verstaatlichte Institut brockten Irland 2009 das höchste Haushaltsdefizit der EU ein. Am Dienstag ließen die Schuldensorgen die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen auf ein neues Rekordhoch klettern.

Im Ringen um die Zukunft der Anglo Irish Bank strebt die Regierung in Dublin binnen Wochen eine Entscheidung an. Er wolle einen Ausverkauf des Instituts verhindern, sagte Lenihan weiter. Schließlich hätten viele Anlagen der Bank noch ihren Wert.

Lenihan räumte ein, dass die Probleme des Instituts "etwas größer" seien als ursprünglich angenommen. Die Bank war mit dem Kollaps des Immobilienmarktes ins Taumeln geraten. Derzeit verhandelt Irland mit der EU über die Zukunft des Instituts.

An den Börsen gelten die steigenden Kosten für eine Sanierung der Anglo Irish Bank als großes Risiko für die Kreditwürdigkeit Irlands. Investoren befürchten, dass Irland nach Griechenland zum nächsten Krisenherd der Euro-Zone wird.

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