Staatsgast in Berlin

Hollande pocht auf Euro-Bonds

Der frisch gekürte französische Präsident war zu Besuch im Kanzleramt. Es war eine Visite mit Hindernissen. Zwischen Kanzlerin Merkel und Hollande muss erst noch Harmonie entstehen. Der Gast sprach auch heikle Themen an.
Update: 16.05.2012 - 03:15 Uhr 51 Kommentare

Merkel empfängt Päsident Hollande

BerlinDer Sonnenschein hat den siegreichen sozialistischen Präsidenten zumindest am ersten Tag seiner Amtszeit verlassen. Denn in Paris musste François Hollande am Dienstag gleich zweimal den Anzug wechseln, weil er in den Einführungs-Zeremonien durchnässt wurde. Und als sich er sich am späten Nachmittag auf den Weg zu seinem symbolbeladenen Antrittsbesuch bei der konservativen Kanzlerin nach Berlin machte, zwang ihn ein Blitzschlag zunächst zur Umkehr. Als er endlich mit einem anderen Flugzeug in der Bundeshauptstadt ankommt, empfängt ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel mit militärischen Ehren - und einem aus Westen heraufziehenden Nieselregen.

Frankreichs Präsident Hollande während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Quelle: Reuters

Frankreichs Präsident Hollande während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

(Foto: Reuters)

„Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für die Zusammenarbeit“, scherzt Merkel später mit Hinweis auf den Blitz in der gemeinsamen Pressekonferenz. Tatsächlich wirken die Rahmenbedingungen nicht nur wegen des Wetters alles andere als ideal für den Neuanfang der deutsch-französischen Beziehungen nach dem Präsidentenwechsel im Elysee-Palast. Denn Hollande kam mit der Nachricht der schweren politischen Hypothek nach Berlin, dass die französische Wirtschaft im ersten Quartal quasi nicht mehr gewachsen war - während die deutsche Konjunktur schon wieder anzieht. Deshalb versucht auch keiner der beiden bei ihrem ersten gemeinsamen Presseauftritt am Abend nach einem kurzen ersten Gespräch, die Differenzen und Probleme wegzulächeln. „Ich sehe der Arbeit mit Freude und Spannung entgegen“, meint Merkel eher doppeldeutig.

Und Hollande setzt zwar zu einem verbalen Bekenntnis zur Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft an. Aber dann wiederholt er etwa seine Forderung nach den in Deutschland verpönten Euro-Bonds. Und ob er den von Deutschland geforderten Fiskalpakt für eine straffere Haushaltsdisziplin wirklich ohne Änderungen ratifizieren wird, lässt er ausdrücklich offen. Merkel schaut bei der Antwort besorgt - und lächelt erst, als Hollande sich am Ende seiner Antwort das Hintertürchen offen lässt, den Fiskalpakt doch noch zu unterzeichnen, wenn denn nur genug für Wachstum in Europa getan werde.

Öffentliches Bekenntnis zur Zusammenarbeit
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51 Kommentare zu "Staatsgast in Berlin: Hollande pocht bei Merkel-Besuch auf Euro-Bonds"

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  • netshadow,

    "Von Lesern eines HB "

    bis vor ein paar Tagen hätte ich ja noch gesagt, die lesen das HB nicht - mittlerweile, nach dem Hollande Photo, der eindeutig unterirdischen Hetze gegen Bankenkritiker ("Banken-Hasser") und der Aufforderung an Banker, sich zu verkleiden, damit sie nicht von selbigen gelyncht werden ... naja, wahrscheinlich bekommt dieses Pack ja doch seine Ideen vom HB eingeträufelt - oder beim HB macht man sich schon mal bereit, demnächst diesen stotternden Hirni auf's Schild zu heben ...

    Mich wundert hier gar nichts mehr und ich empfinde das Stammtischgejohle der komplett Neurotischen als drchaus passend zum Blatt.

  • Der Blitzeinschlag in Hollandes Maschiene sei ein "gutes Zeichen" sagte Frau Merkel ohne Zynismus, den sie ohnehin nicht kennt.

    Nach diversen griechischen Sagen oder auch einigen germanischen Mythen war so etwas aber eher ein Zeichen des Zorns der Götter und ein Zeichen herannahenden Unheils.

    Da sieht man, zu welchen beliebigen Deutungen unsere moderne Parteiendemokratie doch in der Lage ist.

  • Alles richtig, nur eins haben Sie noch vergessen.

    Immer wenn die DM aufwertete, musste Frankreich in einem sehr engen Zeitfenster den Franc abwerten, denn die Exportmacht Deutschland war immer stärker als Frankreich.
    Die Bundesbank war soetwas wie die EZB, sie bestimmte im Grunde genommen die europäische Geldpolitik.
    Alle anderen Länder mussten sich dem Kurs anpassen.

    Die Masterminds und Euroerfinder wollten mit dem Eurokonstrukt erreichen, das Deutschland seine Führungsposition verliert und zu einen unbedeutenden "Geberland" wird.

    Alles ist aufgegangen, dank der Matsch-Birne aus Oggersheim.

  • tja das haben die Franzosen seit 1918 perfekt hingelegt, WK1, Versailler Vertrag(Georges Clemenceau),Vertrag von Locarno, WK2, Mitterand/Kohl Euroeinführung als Must für die dumme Wiedervereinigung,"Griechenlandhilfe" Aufweichung der EZB usw. alles Ideen von Sarkotzi, in Wirklichkeit eine von deutschen Bürgen bezahlte französische Bankenrettung und jetzt Eurobonds.

    IMMER sind die schwachen deutschen Kanzler eingeknickt.
    Frankreich hat nur eins im Sinne: Die Zerstörung der deutschen Wirtschaftskraft und damit die Ausschaltung eines Konkurrenten. Wer das nicht verstanden hat, hat leider die Geschichte des letzen Jahrhundert bis heute nicht verstanden.
    Es gab NIE eine ECHTE D-FR Freundschaft.

  • Deng Xiaoping: Sozialismus heist gemeinsam Reich werden.

    Euro/Eurobonds/Rot-Grün heist gemeinsam ARM werden!

  • Hatte die Sowjetunion SU-Bonds? Reinste Phrasendrescherei, die Leute reden über den Kommunismus wie die Blinden von der Farbe.
    Gerald Celente wird zwar gerne herangezogen, um seine eigenen Vorurteile zu bestätigen, aber das Wesentliche seiner Analysen blendet man aus.
    Der Tarnkappenbomber war eine Reichsentwicklung, genauso wie die Flugscheibe. Die Pläne fielen den Amis und Engländern in Hände. under US-Propagandasender N24 platzt vor Häme, wenn er dies thematisiert. Der Bomber ist realisiert worden genau nach Plan, und die Flugscheiben, die gesichtet werden, könnten ebensolche Grundlage haben. Und das HAARP-Projekt ist sicher keine Verschwörung und läßt sich einsetzen, um Erdbeben auszulösen.
    Wer derart aufgeblasen Tatsachen ignoriert, hat es auch verdient mit Chemtrails vergiftet und richtig über den Tisch gezogen zu werden.

  • Wenn sich die deutschen Banken weigern würden diesen Schrott hoch Drei zu emitieren und die Anlegen den Mist auch nicht kaufen würde, dann würde sich das Thema von selbst erledigen. Sollten die Dinger dennoch kommen, Deutschland und auch noch einige andere wären die Verlierer. Gewinner wären all die, welche nicht mit Geld umgehen können.

  • Eurobonds sind eine gute Sache. Das könnte die Märkte für drei Monate beruhigen.

    Pleite ist Deutschland - dank "Rettungspolitik" Angela Merkels - am Ende ohnehin.

  • Unfug, Frankreich ist eines der stärksten Exportländer für Deutschland.
    Dieses hohle Gequatsche, sorry, mußte sein, kann einem normal arbeitenden und unternehmenden Bürger wirklich auf den Keks gehen. Von Lesern eines HB würde ich mehr erwarten als Schmarotzer-Diskussionen, Verschwörungstheorien und widerliche Tümelei nach dem Motto "wir die Reichen müssen Euch füttern". Mit solchen Einstellungen gehen auch Betriebe kaputt, Länder genauso. Irgendwo stand mal "Jammern auf hohem Niveau". Aber so hoch kann das dann wohl nicht sein, wenn Leute noch ihr Geld zu Banken bringen, die daraus Wettbörsen machen, kleine Anleger besch*** und hoffen ohne Arbeit und mit Jammern reich zu werden. Deutsche Gründlichkeit - haha

  • Danke, das bringt es auf den Punkt. Für die Politik wird dies jedoch viel zu weit gehen und unakzeptabel sein, da es den Kräften des Zusammenschlusses nicht hilfreich ist. Vielleicht sollte man die Zeichen der Zeit erkennen und feststellen, dass man sich an einem Scheideweg befindet. Hollande will Eurobonds finanziert durch Schulden. Soll er machen, wenn das für ihn das Richtige erscheint. D will sparen und Strukturveränderungen. Dies erscheint doch wirklich der Punkt, wo man monetär zumindest einen Nord- und einen Südeuro überwegen sollte. Die einen können dann ihre Politik machen und die anderen eben die andere. Dann hat men einen wesentlichen Schritt zur Nivellierung des Systems getan. So wie jetzt geht es doch nicht weiter.

    Wenn man wirklich in Spanien das Militär einsetzen will bei Demonstrationen, dann ist das doch faktisch der Beginn eines Bürgerkrieges. Also es ist Umdenken gefragt und zwar ganz schnell - auch in Brüssel.

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