Staatsgründer beigesetzt
Singapur erweist Lee letzte Ehre

Mehr als 100 000 Menschen nehmen von Singapurs Gründungsvater Abschied. Beim Staatsbegräbnis sind Regierungschefs und Würdenträger aus mehr als zwei Dutzend Ländern dabei.
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SingapurMit einem dreistündigen Staatsbegräbnis und einer feierlichen Prozession haben am Sonntag rund 100 000 Menschen Abschied von Singapurs Staatsgründer Lee Kuan Yew genommen. Trotz starken Regens säumten sie eine 15 Kilometer lange Route, über die der mit einer Flagge bedeckte Sarg zur Trauerfeier gefahren wurde. An der Zeremonie nahmen Regierungschefs aus mehr als zwei Dutzend Ländern teil. Der Ministerpräsident, Lees Sohn Lee Hsien Loong, erklärte, der reiche Stadtstaat sei das Denkmal seines Vaters.

Unter den Trauergästen waren der australische Premierminister Tony Abbott, Indiens Ministerpräsident Narendra Modi, sein japanischer Kollege Shinzo Abe, Indonesiens Staatschef Joko Widodo und der frühere US-Präsident Bill Clinton. Lee, der von 1959 bis 1990 Premierminister des Stadtstaats Singapur war, war vergangene Woche im Alter von 91 Jahren gestorben.

Während der einwöchigen Staatstrauer standen rund 450 000 Menschen stundenlang vor dem Parlament Schlange, um einen Blick auf dessen dort aufgebahrten Leichnam zu erhaschen. Eine Million Bürger zollten Lee landesweit an Begegnungszentren ihren Tribut. Obwohl er 31 Jahre lang mit harter Hand regierte, halten Lee viele Bürger zugute, den Stadtstaat zu einer blühenden Finanzmetropole gemacht zu haben

Als der Leichnam am Sonntag aus dem Parlament getragen wurde, feuerten Kanonen 21 Schuss Salut, Schiffssirenen heulten und Kampfflugzeuge flogen vorbei. Am Wegesrand riefen die Menschen Lees Namen. Sein Sohn Lee Hsien Loong, Angehörige und Regierungsmitglieder folgten dem Sarg.

„Wenn jemand ein Denkmal für Lee Kuan Yew sucht, können die Singapurer stolz antworten: „Schauen sie sich um““, sagte der Regierungschef beim Staatsakt vor mehr als 2000 Gästen. Ein großer Teil des Vermächtnisses seines Vaters sei, dass die Stimme Singapurs gehört werde und das Land auf der internationalen Bühne weitaus mehr Einfluss habe, als eigentlich erwartet werden könne.

In Singapur, das von der Fläche etwas kleiner als Berlin ist, leben 5,5 Millionen Menschen. Die Inselnation ist weltweit bekannt als Handel- und Finanzzentrum, für ihre strengen sozialen Regeln, unter anderem das Verbot von Kaugummis und Stockschläge für andere „Verbrechen“ wie das Sprühen von Graffiti.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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