Staatshilfe
Spanien unterstützt Automobilindustrie mit 4 Mrd. Euro

Nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien hat auch Spanien staatliche Milliarden-Hilfen für die Autobranche des Landes beschlossen. Am Freitag verabschiedete die Regierung ein Paket im Volumen von vier Mrd. Euro. Allerdings profitieren davon fast ausschließlich Unternehmen, die im Besitz von ausländischen Konzernen sind.

HB MADRID. Die spanischen Autobauer in Spanien sind fast ausnahmslos in ausländischem Besitz. So gehört der einstige Staatskonzern Seat längst zu Volkswagen. "Im Auto-Sektor sind 300 000 Menschen beschäftigt", machte Spaniens Industrieminister Miguel Sebastian am Freitag dennoch den Stellenwert der Branche für sein Land deutlich. "Der Sektor steht für sechs Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts und für 20 Prozent unserer Exporte".

Das spanische Hilfspaket Paket ist nach Regierungsangaben das zweitgrößte in Europa - Frankreich vergebe Kredite von sechs Mrd. Euro, das britische Programm umfasse drei und das deutsche zwei Mrd. Euro, hieß es. Das Paket der Regierung in Madrid ist Teil des Konjunkturprogramms von 70 Mrd. Euro. Viele der am Freitag beschlossenen Maßnahmen waren bereits angekündigt worden. So will die Regierung 1,2 Mrd. Euro an Krediten für Autokäufe zur Verfügung stellen, um den Absatz zu fördern. 800 Mio. Euro sollen an Autobauer und Zulieferer zur Modernisierung von Werken gehen. Zudem sollen 950 Mio. Euro in die Verbesserung der Vertriebssysteme über Schiene, Land und Wasser gesteckt werden. 320 Mio. sollen für Forschungsprojekte ausgegeben werden.

Im vergangenen Jahr hatte der Auto-Sektor in Spanien einen Absatzrückgang von 28 Prozent auf 1,16 Mio. Autos hinnehmen müssen. Der Branchenverband Anfac schließt 2009 einen weiteren Rückgang auf 900 000 Fahrzeuge nicht aus. Das Land ist von der Wirtschaftskrise härter als seine Nachbarn getroffen, weil sie einher geht mit der Kreditkrise, die dem jahrzehntelangen Hausbau-Boom in Spanien ein jähes Ende beschert hat. Im Dezember war die Zahl der Arbeitslosen in Europas viertgrößter Volkswirtschaft auf 3,13 Mio. gestiegen. Die Quote von 14,4 Prozent ist inzwischen höher als in jedem anderen Land der Union und Volkswirte erwarten einen weiteren Anstieg. In Deutschland war die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 3,49 Mio. gestiegen. Die Quote liegt damit bei 8,3 Prozent.

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