Staatskrise
Börsenkurse in Pakistan stürzen nach Gerüchten ab

An der größten pakistanischen Börse in Karachi hat es einen Kurseinbruch gegeben, nachdem Gerüchte über einen Gegenputsch des Militärs gegen Staats- und Armeechef Pervez Musharraf die Runde gemacht hatten. Alles Unfug, schnaubte der - und ließ Demonstranten der Opposition niederknüppeln.

HB KARACHI. Der pakistanische Index KSE 100-Index fiel um 4,7 Prozent, nachdem die Meldung verbreitet worden war, Musharraf sei unter Hausarrest gestellt worden. Ein Börsenhändler sagte, es sei der größte Kurssturz der vergangenen Monaten gewesen. Musharraf selbst bezeichnete die Gerüchte „Scherz allerhöchster Güte“. Er hatte am Sonnabend den Ausnahmezustand ausgerufen, die Verfassung außer Kraft gesetzt sowie den Obersten Richter des Landes ausgetauscht. Der Präsident begründete dies unter anderem mit zunehmendem Extremismus.

Erste offene Proteste gegen die Verhängung des Ausnahmezustands schlugen pakistanische Sicherheitskräfte am Montag mit Gewalt nieder. In Karachi ging die Polizei nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken gegen oppositionelle Anwälte vor, die sich vor dem Obersten Gericht zu einer Demonstration gegen Musharraf versammelt hatten. „Die Polizisten haben gnadenlos auf uns eingeschlagen und mehrere Dutzend Kollegen festgenommen“, sagte Anwalt Akhtar Hussain. Das Gerichtsgebäude sei von der Polizei abgeriegelt worden. Auch in der Garnisonsstadt Rawalpindi kam es nach Medienberichten zu Protesten.

Nach offiziell unbestätigten Angaben wurden bislang mehr als 1 600 Politiker der Opposition und Bürgerrechtler verhaftet oder unter Hausarrest gestellt. Die Regierung spricht von bis zu 500 Festnahmen.

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