Staatsmänner auf der Intensivstation
Auch Tito und Franco starben langsam

Die verwirrenden Nachrichten um den Gesundheitszustand des Palästinenserführers Jassir Arafat erinnern an ähnliche Politiker-Schicksale in der jüngeren Geschichte

HB DÜSSELDORF. Josip Broz Tito. Der Leidensweg des jugoslawischen Staatsgründers begann im Januar 1980. Damals wurde der 87-Jährige wegen schwerer Durchblutungsstörungen im linken Bein erstmals operiert - erfolglos. Er bekam hohes Fieber und war vorübergehend nicht mehr ansprechbar. Wenig später wurde das Bein amputiert. Doch Titos Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter, es folgte eine lange Intensivbehandlung. Nachdem das Abschalten medizinischer Apparate immer wieder hinausgezögert worden war, starb Tito am 4. Mai 1980.

Francisco Franco. Der Todeskampf des spanischen Diktators im Madrider Krankenhaus La Paz dauerte über einen Monat. Am 20. November 1975 ließ die Familie die lebenserhaltenden Maschinen abstellen. Unter den behandelnden Ärzten war Francos Schwiegersohn, der Marquis de Villaverde. Er machte Fotos vom sterbenden Staatschef, die später veröffentlicht wurden. Der 82-jährige „Caudillo“ (Führer) war nach einer Herzattacke eingeliefert worden.

Georges Pompidou. Im Fall des französischen Staatspräsidenten sprachen offizielle Stellen von „Erkältung“, als der an Krebs leidende 62-Jährige eine Verpflichtung nach der anderen absagen musste. Noch eine Woche vor seinem Tod am 2. April 1974 war im Elyséepalast von einem „leichten, aber schmerzhaften Gefäßleiden“ die Rede.

Juri Andropow. Der sowjetische Parteichef war bereits bei seinem Amtsantritt im November 1982 todkrank. Er litt an Diabetes, chronischem Nierenversagen und Bluthochdruck. In den letzten sechs Monaten vor seinem Tod am 9. Februar 1984 trat der 69-Jährige nicht mehr öffentlich in Erscheinung. Auch der Anschluss an eine künstliche Niere konnte sein Leben nicht retten.

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