Staatsmedien
Angolas Präsident gewinnt Parlamentswahl

Bis zum offiziellen Ergebnis wird es wohl noch einige Tage dauern, dennoch steht der Sieger der Parlamentswahl in Angola bereits fest: Der 70-jährige José Eduardo dos Santos bleibt weitere fünf Jahre Präsident.
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LuandaNach der Parlamentswahl in Angola ist Präsident José Eduardo Dos Santos von Staatsmedien zum Sieger erklärt worden. "Großer Sieg für die MPLA", schrieb die Regierungszeitung "Jornal de Angola" am Sonntag mit Blick auf die Regierungspartei, die laut Wahlkommission nach Auszählung von 85 Prozent der Wahllokale auf knapp 73 Prozent der Stimmen kam. Wahlbeobachter nannten den Urnengang vom Freitag "frei, gerecht, transparent und glaubwürdig".

"Die MPLA ist der große Gewinner der Parlamentswahl 2012 und alles deutet darauf hin, dass sie mehr als 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt", schrieb das "Jornal de Angola". "Der Spitzenkandidat José Eduardo dos Santos ist der gewählte Präsident der Republik." Gemäß der neuen Verfassung von 2010 wird der Vorsitzende der stärksten Partei Staatschef. Damit dürfte der 70-jährige Dos Santos, der das ölreiche Land seit 33 Jahren regiert, weitere fünf Jahre Präsident bleiben.

Die MPLA hatte bereits im Vorfeld als klarer Favorit gegolten. Knapp zehn Millionen registrierte Wähler waren aufgerufen, über die Verteilung der 220 Parlamentssitze zu entscheiden. Es war erst die zweite Wahl in dem südwestafrikanischen Land seit dem Ende des Bürgerkriegs 2002. Mit einem offiziellen Endergebnis wird erst in einigen Tagen gerechnet.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge kam die größte Oppositionspartei, die frühere Rebellengruppe Unita, die nach der Unabhängigkeit von Portugal in einem 27-jährigen Bürgerkrieg gegen die MPLA kämpfte, auf 18,2 Prozent. Sie verbesserte sich damit gegenüber dem Wahlergebnis von 2008, als sie nur auf zehn Prozent kam. Die erst im März gegründete Casa-Partei des Unita-Abweichlers Abel Chivukuvuku erhielt nur 5,6 Prozent.

Unita kündigte an, Dokumente vorlegen zu wollen, die zeigten, dass die Zahlen der Wahlkommission nicht den Ergebnissen aus den Wahllokalen entsprächen. Der Leiter der Wahlbeobachter der Afrikanischen Union (AU), Pedro Verona Pires, bezeichnete jedoch die Wahlen als "frei, gerecht, transparent und glaubwürdig". Auch die Beobachter der Gemeinschaft portugiesischsprachiger Länder (CPLP) sprachen von "freien, transparenten und demokratischen Wahlen".

Viele Wähler halten Dos Santos zugute, dass sich unter seiner Regierung in den vergangenen Jahren das Leben der Angolaner verbesserte. Allerdings lebt mit 55 Prozent immer noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Unita wirft dem Präsidenten zudem vor, dass der Ölreichtum des Landes nur einer kleinen Elite zugute kommt. Angola ist der zweitgrößte Erdölproduzent Afrikas.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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