Staatspleite in Argentinien Argentina is crying

Die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert. Damit ist das Land zum zweiten Mal in 13 Jahren pleite. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat bereits Konsequenzen gezogen.
21 Kommentare

„Schluss mit den Geier-Fonds!“

Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat sich wenige Stunden nach dem Scheitern der Gespräche auch das letzte Zeitfenster für eine Verhandlungslösung geschlossen. Die Frist lief am Donnerstag in New York um 00.00 Uhr (06.00 Uhr MESZ) ab. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits vor Fristablauf die Kreditwürdigkeit Argentiniens auf das Niveau eines „teilweisen Zahlungsausfalls“ (Selective Default) zurückgestuft.

Es wurde erwartet, dass auch die Agenturen Fitch und Moody's dem Schritt folgen und das südamerikanische Land auf Default setzen. Allerdings handelt es sich dabei eher um eine technische Einstufung, die aber den Zugang Argentiniens zu den Kapitalmärkten erschweren dürfte. Die Auswirkungen auf das öffentliche Leben in dem Land werden als begrenzt eingeschätzt.

Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof betonte, im Falle Argentiniens könne nicht von Zahlungsausfall gesprochen werden, da das Land seinen Schuldenverpflichtungen nachkomme. Die Gespräche in New York waren gescheitert, weil nach Worten Kicillofs die „Geier-Fonds“ das Angebot für einen Beitritt zu den Schuldenschnitt-Vereinbarungen von 2005 und 2010 ablehnten und auf die volle Auszahlung beharrten.
Auch ein Plan von privaten Banken zur Abwehr einer Staatspleite Argentiniens missglückte. Das Hilfsangebot eines Konsortiums aus Finanzhäusern kam dann doch nicht zustande, wie ein hochrangiger Bankvertreter sagte. Die Geldhäuser hatten sich laut einem Insider zunächst bereiterklärt, die Schulden des südamerikanischen Landes bei den klagenden Hedgefonds zu übernehmen.

Mit dem Schritt sollte eine Zahlungsunfähigkeit verhindert werden, die mit Ablauf der Frist im Schlichtungsverfahren um Mitternacht (Donnerstag, 06.00 MESZ) droht. „Die Folgen der Insolvenz sind nicht vorhersehbar, aber sie werden nicht positiv sein“, sagte der vom Gericht bestellte Schlichter Daniel Pollack. Der Zahlungsausfall sei nicht nur eine rein technische Angelegenheit, sondern ein schmerzhafter Prozess. Die Bürger seien die Opfer der Pleite.

Die Regierung in Buenos Aires weigerte sich bislang, den Hedgefonds die von einem New Yorker Gericht zugesprochenen 1,33 Milliarden Dollar plus Zinsen auszuzahlen. Die von Argentinien als „Geierfonds“ geschmähten Finanzhäuser hatten die Anleihen mit einem kräftigen Preisnachlass erworben, einen Schuldenschnitt verweigert und dann auf volle Auszahlung geklagt.

Regierung spielt auf Zeit
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Staatspleite in Argentinien - Argentina is crying

21 Kommentare zu "Staatspleite in Argentinien: Argentina is crying"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer aber schon weiß dass Argentinien pleite ist und nur noch 30% auszahlen wird und trotzdem 75% dieser Anleihen kauft um einen Vergleich zu blocken in der Hoffnung durch US Gerichte doch noch 100% zu bekommen kann auch mal auf der Schanuze landen.

    Mal Googeln wer NML Capital ist und was sie so treiben für den Wohlstand dieser Welt.

  • ...wer Schulden hat, muß sie auch zurückzahlen....!
    Absolut richtig.
    Hoffentlich gilt dies auch für EU-Länder wie Spanien, Portugal, Irland, Island, Italien, Malta usw., Griechenland nicht zu vergessen.
    Aber ich werde ja vermutlich zu den "bösen" Deutschen gerechnet die den Spruch akzeptieren:
    Wer die Musik bestellt, muß sie auch bezahlen.



  • Argentinier in Jubelhochpesozeiten erlebt zuhaben, prägt ebenfalls. Mein Mitleid mit dieser korrupten Machtelite im perongepraegten Argentina hält sich in Grenzen.

    Die Mentalitaet gewisser Vorfahren prägt halt...im Land von Gauchos und Dollarliebhaber...

  • Ein Glücksfall - hier können die europäischen Staatschefs schon einmal üben, wie man die insolventen EU Staaten nach einem Bankrott abwickelt und wieder neu aufsetzt.

    Bei Zypern hatt man zwar schon einmal üben können - aber das Land ist etwas zu klein für eine realitätsnahe Simulation.

  • Bravo, genau so ist es. Geier hin oder her, wer Schulden hat muss Sie auch zurückbezahlen. Oder Herrn Zwegert anrufen.

  • Wie meistens gibt es natürlich zwei Seiten einer Medaille. Die Argentinier müssen auf bittere Weise nun aus schweren Fehlern der Vergangenheit lernen und jetzt da durch. Fakt ist auch, ohne Schmerzen lernen die meisten Menschen nichts. In diesem Falle trifft es natürlich Millionen von unschuldigen Bürgern die gar nicht gefragt wurden, ob das Land Kredite in Fremdwährung aufnehmen soll, von daher ist das für alle Bürger auf der Welt ein gutes Beispiel, dass ein jeder, bis auf ein paar Superreiche, für das Tun der eigenen Regierung in Haftung genommen wird. Wir in Deutschland sind da eine große Ausnahme, wir haften zusätzlich noch für ein paar andere und offensichtlich wollen das auch die meisten Deutschen, - die Hirnamputierten!

    Fakt ist ebenfalls, die asozialen US Geierfonds sind mit das schlimmste was sich innerhalb des Kapitalismus entwickeln durfte und sollte zwingend schon zum Feudalismus gezählt werden. Das die USA im Allgemeinen immer mehr und schneller dem imperialen Feudalismus zu neigen ist ihrer eigenen extremen Notlage geschuldet, kann aber dennoch damit nicht entschuldigt oder relativiert werden. Die USA sind mit diesen Methoden dabei weiter ihre weltweite Reputation ins Unterirdische zu drücken, sie sind also diejenigen die für die Zunahme des Antiamerikanismus selbst sorgen, es bedarf dafür keiner Feinde mehr!

    In den “Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ las ich gerade “Griechenland kann Schulden nicht zahlen: Deutsche Steuergelder in Gefahr“. Macht euch lieber darüber mal `nen Kopf, ihr wisst schon Hemd näher als Hose und so!

  • Ich finde es super, dass Argentinien nicht eingeknickt ist. Die Gläubiger haben gewusst, welches Risiko sie eingehen. Wer Verluste mit Investments erleidet, darf diese nicht auf den Steuerzahler wälzen.

    Argentinien bietet dem Kapital die Stirn
    http://www.start-trading.de/2014/07/31/argentinien-bietet-dem-kapital-die-stirn/

  • Ich hab mir neulich von meiner Bank Geld geliehen und es mir davon richtig gut gehen lassen.

    Jetzt wollen die verdammenden Geier doch tatsächlich, dass ich die Kohle zurückzahle. Das ist kapitalistische Ausbeute!

    Ich werde ein paar Gutmenschen mobilisieren und male gerade an dem "Basta Buitres" Transparent, mit dem wir uns vor der örtlichen Sparkasse aufstellen werden.

    Macht alle mit!

  • Die einzige Konsequenz wäre den Yankeebanken die Zulassung in Argentinien zu entziehen und sich den neuen BRICS Währungsfond zu wenden.

    Was würde passieren wenn man das auch in der EU macht ?

  • Genau das musste mal gesagt werden.

    :-D

    Flashi sollte den Artikel mal lesen und sich entsprechend poistionieren:

    http://www.wiwo.de/politik/europa/gefaehrliche-parallelen-europa-ist-nicht-besser-als-argentinien/10241832.html

    Viva Argentina. Na,ja, vielleicht kommen dann rechtzeitig die Chinesen auch mal bei uns vorbei und positionieren sich als weisse Ritter.....

    PS: MMnews: MH17 keine Rakete?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%